Das Logo der Arbeitsagentur zeigt eine Sackgasse.Fallbeispiel für Arbeitsweisen.
Hartz4 heißt Offener Strafvollzug ohne Gerichtsverhandlung, Verlust von
Bürgerrechten, Bestrafung von Familiengründungen im Niedriglohnbereich,
Leben in Angst vor Schikanen. Es zählt nichts, dass jemand im Interesse
der Gesellschaft arbeitet, es zählt nur, ob er Geld hat. Wer Geld hat,
muss nicht arbeiten. Er darf in Freiheit und mit Bürgerrechten leben. Der,
der im Sozialbereich Familien gründet, wird bestraft. Das statistische Durchschnittseinkommen in Deutschland beträgt 3068
Euro/Monat. Wenn zwei Bürger in einer Wohngemeinschaft leben, werden ihnen in
Berlin a 376 Euro für Miete und 351 Euro fürs Essen, Kleidung, Strom,
Medikamente... als soziokulturelles Existenzminimum zugesprochen, - sobald
sich die beiden verlieben, Kinder zeugen, haben sie nur noch Anspruch auf
a 222 Euro für Miete und 316 Euro für Essen, Kleidung Strom,
Medikamente... Auch Geringverdiener/Aufstocker erhalten im Monat 189 Euro
weniger als Alleinlebende. Raum und Geld bedeuten Entwicklungschancen. Für
Erwachsene und Kinder.Kinder wissen, dass Ermittler in Wohnungen von Kriminellen dringen. Sie
erleben, dass Fremde in die Wohnung dringen, um zu ermitteln, ob die
Mutter ein Verhältnis zu einem Mann hat.Wenn Kinder in
Hartz4Verhältnissen arbeiten, dürfen sie sich vom Arbeitslohn keine
Ferienreise oder Computer leisten, sie müssen das Geld (ohne Abzug einer
Versicherungspauschale für die Familie) auf das Familieneinkommen
anrechnen lassen. Sie lernen früh, dass Arbeit sich nicht lohnt.
Antwort auf eine Anfrage an die Ausschüsse des Bundestags, warum
Familiengründungen im Niedrieglohnbereich massiv bestraft werden: - "weil Politiker das so
wollen." Gesetze regeln, wie Menschen in einer Gesellschaft miteinander
leben - müssen. Politiker haben die Möglichkeit, Gesetze zu erlassen, zu
verändern. Bürger, die wollen, dass gesetzliche Grundlagen, die ihr Leben weitgehend
reglementieren, sie in Opferrollen zwingen, verändert
werden, müssen wie Wirtschaftslobbyisten Kontakt zu Politikern suchen.
Eine Kontaktmöglichkeit bietet Abgeordnetenwatch. Problem ist: Die
Moderatoren sind nicht ausgebildet, sie zensieren auch Fragen, die dem
Moralkodex entsprechen. Wer über Abgeordnetenwatch Politikermeinungen zu
recherchieren versucht, gewinnt den Eindruck, Abgeordnetenwatch sei eine
Art Alibisystem, weil Sachverhalte nicht dargestellt werden
dürfen, die Fragestellungen an Politiker zum Thema Grundeinkommen begründen. Wer Kontakt zu Politikern über ihre Büros
sucht, muss wissen, dass oft Praktikanten entscheiden, welche
Informationen zu Politikern dringen. Laut Auskunft des Pressesprechers des
Bundestages sind nicht alle Politiker bereit, Fragen auf Abgeordnetenwatch
zu beantworten. Eine Begründung sei, es würden auch Fragen von Bürgern
gestellt, die nicht im Wahlgebiet wohnen. Entscheidungen von
Bundestagspolitikern beeinflussen aber das Leben aller Bürger.
Bisherige recherchierte Politikerpositionen zum Thema schikanefreies,
bedingungsloses Grundeinkommen:
Die angeführten Zitate entstammen Antworten auf Abgeordnetenwatch oder
persönlichen Gesprächen.
Susanne Maria Ahlendorf / Die Violetten befürwortet "kreative Ideen der
Bürgerinnen und Bürger untereinander... Das bedingungslose Grundeinkommen
wäre hier wiederum die passende Lösung, um Freiräume für Zeit und das
Einbringen der vielen schlafenden Potenziale unter uns zu schaffen.
Unterschiedliche Kulturen wären dann kein Hindernis mehr, Gemeinsamkeiten
zu entdecken, voneinander zu lernen und neue Gemeinschaften zu bilden."
Ilse Aigner/CSU ist nicht gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen,
aber: "Die Fünf Weisen rechnen vor, dass das Bürgergeld nur zu finanzieren
sei, falls der allgemeine Einkommensteuersatz auf 61 Prozent steige.
Dieser Steuersatz dürfte bei den Bürgern wohl kaum auf Zustimmung stoßen."
Dr. Lale Akgün/SPD hält ein Recht auf ein schikanefreies
Grundeinkommen für nicht so wichtig, "Meine Skepsis beruht darauf, dass
ich nicht möchte, dass die Frage ′pro oder contra Grundeinkommen′ zu einer
Glaubensfrage gemacht wird, über die wir die unmittelbar notwendigen
politischen Veränderungen vernachlässigen. Die solidarische Finanzierung
unseres Gesundheitswesens und der Altersversorgung, die Verbesserung der
Arbeitsbedingungen (Stichwort Mindestlöhne) und die Schaffung von mehr
Chancengleichheit in unserem Bildungssystem haben für mich daher zur Zeit
absolute Priorität." Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde aber die Kampfkraft für mehr
soziale Gerechtigkeit erhöhen.
Dieter Althaus/CDU ließ als Ministerpräsident Thüringens das Modell
einen bedingungslosen Grundeinkommens durchrechnen und stellte fest, das
jeder Bürger infolge eines Bürokratieabbaus 800 Euro erhalten könnte und
trotzdem Milliarden eingespart würden. 200 Euro gingen an die
Krankenkasse. 600 Euro sind weniger als das steuerrechtliche
soziokulturelle Existenzminimum. Es ermöglicht keine Bewerbungsarbeit,
kein selbstbestimmtes Arbeiten. Aber: Bürger, die im Hartz4system zu
sogenannten Bedarfsgemeinschaften erklärt werden, erhalten weniger als 600
Euro/Person/Monat für Essen, Miete, Medikamente. Kommentar
Gregor Amann /SPD behauptet es sei ein "absurdes
Zerrbild der Realität", dass Hartz4 ein Schikanesystem sei, er ist
"überzeugt, dass die Idee eines ′bedingungslosen Grundeinkommens′ nichts
mehr als eine sozialromantische Illusion ist. Und ich teile dabei die
Meinung des französischen Soziologen Robert Castel: ′Aber manche Utopien
sind gefährlich, weil sie von der Suche nach realistischeren Alternativen
ablenken.′" Er behauptet: "in dem Zeitraum zwischen der Umsetzung der...
Arbeitsmarktrefomen und dem Beginn der aktuellen Wirtschaftskrise (die
ihren Ursprung nicht in Deutschland hatte), ist die Zahl der Arbeitslosen
von über 5 Millionen auf 3 Millionen gesunken. Und zum ersten Mal seit
vielen Jahren ist es in einer Aufschwungphase gelungen, auch die so
genannte ′Sockelarbeitslosigkeit′ von Langzeitsarbeitslosen abzubauen."
Es ist bekannt, dass die Statistiken manipuliert sind. Auf das Problem, dass die Jobcenter zum Beispiel nur über
Einladungsschreiben verfügen, in denen Drohungen stehen, egal, ob der
Adressat arbeitet oder nicht, geht er nicht ein. Er selbst hat Hartz4
nicht erlebt.
Sabine Bätzing / SPD: "Mir stellt sich auch die Frage, wie darauf
reagiert werden soll, wenn jemand aufgrund des Grundeinkommens
konsequent eine Arbeitsaufnahme verweigert. Dennoch sollte man nicht wegen
dieser Fragen ein Grundeinkommen ablehnen, sondern sich die Frage stellen,
wie man sie lösen kann, damit man zu einem Grundeinkommen kommen kann."
Die SPD akzeptiert aber, dass die, die zum Beispiel wegen Erbschaften über Geld
verfügen, nicht arbeiten müssen.
Dr. Hans-Peter Bartels / SPD verweist auf ein Papier der SPD-Grundwertekommission. Problem ist: Die
Professoren, die ihn erarbeiteten, kennen das Hartz4System nicht, das
rasche Strukturveränderungen in der Gesellschaft einfordert.
Yusuf Bayrak / Einzelbewerber: "Jeder müsste dies erhalten auch die
Reichen. Dies ist aber nicht sozial gerecht. Daher lehne ich ein solches
bedingungsloses Grundeinkommen ab. Meiner Meinung nach kann nicht jeder
ohne etwas für die Gesellschaft geleistet zu haben einen Anspruch auf
Versorgung haben. Dies benachteiligt die Leistungswilligen und führt in
letzter Konsequenz zu einem Stopp der Leistung und Fortentwicklung in der
Gesellschaft." Die Reichen müssen in seinem Denksystem nichts leisten.
"Die bereits vorhandenen Institutionen sind von der Grundzielsetzung schon
der richtige Ansatz. Das Problem ist nur, dass viele der Beamten einfach
nicht engagiert genug für die Bürger arbeiten. Hier muss ein Umdenken
stattfinden. Beamte müssen immer ′ Diener ′ der Bürger sein, nicht
umgekehrt." Beamte können keine Jobs anbieten, wo es keine gibt.
Volker Beck/Grüne zählt auf, wie die sozialen Probleme in Deutschland
seiner Meinung nach gelöst werden könnten, "die Verbesserung von sowie
Investitionen in Bildung und Ausbildung, die ökologische Modernisierung
der Gesellschaft, die nur investitions- und arbeitsintensiv umgesetzt
werden kann, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf u.a. durch
eine flächendeckende Kinderbetreuung, die Einführung der
Bürgerversicherung, seriöse Finanzierungsvorschläge zur Behebung des
Mangels bei vielen öffentlichen Aufgaben z.B. des Personalnotstands im
Pflegebereich, die Innovations- und Mittelstandsförderung, die Diskussion
um flexiblere und auch kürzere und an die Lebenssituation angepasste
Arbeitszeiten, das Progressivmodell zur Sicherung des Lebensunterhaltes
für Geringverdiener, die Umverteilung der Kosten der sozialen Sicherung
weg von besonders kostensensiblen Bereichen insbesondere im Bereich
geringer Qualifikation, der konjunkturgerechte Einsatz der
makroökonomischen Instrumente der Geld und Fiskalpolitik, die Sicherung
der Steuereinnahmebasis um die in den letzten Jahren stark gesunkenen
Investitionen des öffentlichen Sektors wieder zu beleben", er übersieht,
dass es das Grundproblem nicht löst, dass die Bürger völlig abhängig davon
leben müssen, ob andere ihnen fair bezahlte Arbeitsmöglichkeiten abgeben.
Jeder Mensch hat nur ein Leben. Unbezahlte Arbeit gilt nicht als Arbeit.
Dagmar Roth-Behrendt /SPD/EU schrieb: "Nach den geltenden Europäischen
Verträgen steht der Europäischen Union und damit auch dem Europäischen
Parlament keine Gesetzgebungs- oder Regelungskompetenz in diesem Teil der
Sozialpolitik zu. Für Fragen von Rente, Einkommen, sozialen
Sicherungssystemen u. ä. sind allein die Mitgliedsstaaten zuständig." Sie
schrieb nicht, dass sie das ändren will.
Herbert Behrens / Linke vertritt die offizielle Position der Linken: "Nach
meinen Vorstellungen ist eine bedarfsorientierte, repressionsfreie
Grundsicherung besser geeignet, Ausgrenzung und Armut zu verhindern. Sie
ist abgeleitet aus dem Wertschöpfungsprozess der gesellschaftlichen
Arbeit... Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, sein Leben frei zu
gestalten, indem er einer Arbeit nachgehen kann, die gesellschaftlich
sinnvoll und notwendig ist." Jeder Mensch kann beständig wertschöpfend
arbeiten, aber nur durch Arbeitsverweigerung durchsetzen, dass die
Inanspruchnahme von Leistungen fair bezahlt wird.
Dr. Axel Berg / SPD: "Der verschuldete Staat rutscht in den Teufelskreis
einer Haushaltsnotlage aus immer höheren Zins- und Tilgungsverpflichtungen
und einem immer begrenzteren Zugang zum Finanzmarkt. Diese Spirale endet
für gewöhnlich erst mit dem Verlust der Kreditwürdigkeit oder der
Zahlungsunfähigkeit (Staatsbankrott)... Eine mögliche Lösung könnte daher
ein geringes Grundeinkommen sowie eine negative Einkommensteuer im
Niedriglohnbereich sein. Das bedeutet, dass jeder Bürger ein
Grundeinkommen etwa in Höhe des heutigen Sozialhilferegelsatzes gezahlt
bekäme und im Bereich darüber bis beispielsweise 1.000 Euro eine negative
Einkommensteuer greift, so dass jeder verdiente Euro vom Staat finanziell
belohnt würde." Das entspricht etwa dem Althausmodell. Dort bleiben aber
bis zu 1600 Euro steuerfrei.
Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger/ Grundeinkommen: "es geht um einen
Systemwechsel. Dabei kann die Frage nach der Höhe eines Grundeinkommens
erst nach dem politischen Richtungswechsel entschieden werden. Es gibt
sorgfältige Berechnungen von der Karlsruher und von der Ulmer Universität.
Verzeihen Sie mir einen Vergleich: Meine Großmutter hat ihrer Nachbarin
einmal erzählt, dass ihr Enkel nach China fährt. Da hat die Nachbarin
gefragt: ′Ja fährt er denn da über Eichenberg oder über Bebra?′ Sich zu
früh in Details zu verlieren, lenkt vom Ziel ab." Details könnten Zweifler
überzeugen.
Jürgen Bernsen / Einzelpolitiker: "Bedingungsloses Grundeinkommen: ganz
klar ja. Die meisten Menschen wollen arbeiten. Ich kenne nur eine Person
in meinem Umfeld, die definitiv nicht arbeiten will und die ist psychisch
krank, kann nicht arbeiten und hätte auch keine Chance. Die meisten Leute
wollen arbeiten und werden man glaubt es kaum durch einen immensen
Verwaltungsaufwand daran gehindert... Das Grundeinkommen sehe ich
beispielsweise als gute Möglichkeit, dass Menschen, die sich selbstständig
machen wollen, sich mit aller Kraft darauf konzentrieren könnten."
Stephan Beyer / FÜR VOLKSENTSCHEIDE: "1. Durch das BGE wird die
Kaufkraft von allen Bürgern gestärkt. 2. Durch das BGE wird "Hartz IV" und
damit eine menschenunwürdige und entmündigende Praxis überflüssig. 3. Das
BGE bietet Anreize selbstverwirklichend und damit unternehmerisch tätig zu
werden und bietet damit einen Weg aus der Krise. Diese Anreize begründen
sich in der Bedürfnispyramide nach Maslow: die körperlichen
Grundbedürfnisse können durch das Grundeinkommen gedeckt werden, ohne sich
einen Überlebenskampf (Bürokratie, Ein-Euro-Jobs, ...) widmen zu müssen.
Es bleibt also Zeit für das Wesentliche: die Selbstverwirklichung. 4. Das
BGE ist ein Schutzschirm für die Menschen. Ein Arbeitsplatzverlust ist
damit nicht mehr existenzbedrohlich und es wird klar, dass jedes Ende auch
ein neuer Anfang sein kann."
Sascha Bilay / Linke will "eine tatsächlich bedarfsdeckende und
sanktionsfreie Mindestsicherung erreichen, die nichts mehr mit einer
erniedrigenden Antragstellung zu tun hat. Wir fordern deshalb einen Betrag
von 500 Euro pro Monat zzgl. der Erstattung aller Kosten für das Wohn- und
Wohnnebenkosten, ohne das dabei Druck ausgeübt wird, dass Betroffene
umziehen müssen. Ob dieses Modell nun Grundsicherung, Grundeinkommen,
bedingungslosen Grundeinkommen oder noch anders genannt wird, ist dabei
unerheblich. Was wir aber konsequent ablehnen, ist das Modell des
solidarischen Bürgergeldes nach Prägung von Dieter Althaus (CDU), weil mit
dem angeblich solidarischen Bürgergeld die Menschen sämtliche Ausgaben
bestreiten müssen (u.a. Miete und Sozialversicherungen), so dass letztlich
die soziale Trennung zwischen Arm und Reich weiter zunimmt und verfestigt
wird." Die Erfahrung lehrte: Eine Bedarfsprüfung kann jederzeit schikanös
sein; sie wird von Menschen betrieben, die von Steuergeldern umfangreich
finanziert leben und arbeiten. Familiengründungen werden auch im Modell
der Linken mit Geld- und Raumentzug bestraft.
Karin Binder/Linke mag sich nicht festlegen, "Zur Überwindung von Hartz IV
bedarf es einer Grundsicherung, die diesen Namen auch verdient, die Armut
verhindert und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und schlusst macht
mit Gängelung und Stigmatisierung. Als ersten Schritt in diese Richtung
fordert meine Fraktion DIE LINKE. die Erhöhung des Regelsatzes auf 435".
Sie übersieht, dass es für Millionen Bürger Lebenszeit ist, die sie im
Hartz4System wie im Offenen Strafvollzug ohne Gerichtsverhandlung und
Strafmaßende verbringen müssen. Grundlegende Veränderungen müssten sofort
durchgesetzt werden.
Gudula Blau / Die Violetten schrieb:"Wir unterstützen mit allem
Nachdruck die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommen, das die
wirtschaftliche Basis der Familien sichert. Das BGE ist eine Möglichkeit
für den Bürger, endlich ein würdiges, gesellschaftliches Zusammenleben
ohne Sorgen und Ängste führen zu können und frei von Arbeitszwängen zu
sein. Die derzeitigen Probleme der Gesellschaft müssen gelöst werden. Die
drei Gespenster unserer jetzigen Zeit ARBEITSLOSIGKEIT, ARMUT und ANGST
müssen sich auflösen, damit FREUDE, FRIEDEN und FREIHEIT wieder in die
Herzen der Menschen einziehen können. Dies ist ein Grundrecht der
Menschen."
Helmut Blöcker / Grüne: "Ein nicht hoch genug zu schätzender Faktor im
sozialen Bereich ist die Arbeit von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Die
Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, am stärksten von allen
Parteien innerhalb von Bündnis 90/Die Grünen diskutiert, könnte mehr
Menschen die wirtschaftliche Basis für ehrenamtliche Tätigkeiten bieten."
Volker Blumentritt/SPD unterstellt: "Aus meiner Sicht entzöge ein
bedingungsloses Grundeinkommen den Menschen die Motivation und Grundlage
für ihr persönliches und berufliches Fortkommen." Er wirkt sozialpoltisch
ungebildet, denn auch jetzt müsste ein jeder Bürger nur soviel Stunden
arbeiten, bis sein Existenzminimum abgesichert ist, er arbeitet hingegen oft Vollzeit und zusätzlich ehrenamtlich unbezahlt.
Ralph Boes / Grundeinkommen kämpft als Anthroposoph für ein
Grundeinkommen: "Das ältere Recht auf Arbeit wird durch ein allgemeines,
arbeits-unabhängiges Recht auf Existenz ersetzt... Sozial ist nicht mehr,
was Arbeit schafft, sondern, was Freiheit schafft - die Freiheit, das zu
tun, was man selbst für nötig und für richtig hält (in Wirtschaft,
Umweltschutz, Erziehung, Sozialem, Bildung und Kultur)." Er ergänzt:
"Grundeinkommen ist längst Volksbewegung! Selbst in allen Parteien gibt es
Vertreter dieser Idee."
Alexander Bonde / GRÜNE lehnt ein recht auf ein bedingungsloses
Grundeinkommen ab: "Wir brauchen Grundsätze von nachhaltigem
Wirtschaften im Einklang mit der Natur und den sozialen Bedürfnissen der
Menschen. Auf diese Weise können wir grundlegende Strukturprobleme, wie
sie durch unsere heutige Art zu wirtschaften entstanden sind, lösen." Ein
Recht auf bedingungsloses Grundeinkommen könnte eine Zweischenlösung sein,
- bis Strukturen geschaffen wurden, in denen Grundsätze von nachhaltigem
Wirtschaften im Einklang mit der Natur und den sozialen Bedürfnissen der
Menschen verwirklichbar sind.
Klaus Brandner/SPD: "Verfassungsrechtlich verbürgt ist Ihr Anspruch auf
die Gewährleistung eines soziokulturellen Existenzminimums. Dieses wird
über das Arbeitslosengeld II, wie auch die ständige höchstrichterliche
Rechtsprechung bestätigt, gewährleistet. Das Verlangen nach dem
vorrangigen Einsatz eigener Kräfte ist bei einer -- wie ich meine --
fairen Ausgestaltung der Rechte und Pflichten mit dem Sozialstaatsprinzip
vereinbar." Er nimmt nicht wahr, dass die "Rechte und Pflichten" im
Hartz4System infolge von Durchführungsbestimmungen nicht "fair"
ausgestaltet sind. Er notierte: "Mein Ziel ist es hingegen, das Jede und
Jeder mit Erwerbsarbeit ein Einkommen erzielen kann, mit dem man leben
kann. Ich setze mich daher für einen gesetzlichen Mindestlohn ein." Er
beantwortete die Frage nicht, wie ein Recht auf existenzsichernde Arbeit
gesetzlich verankert werden könnte, so dass kein Bürger in
Hartz4Verhältnissen leben muss, der anders leben will. Ein gesetzlicher
Mindestlohn von 7,50 Euro nutzt weder Hochqualifizierten, noch Freischaffenden, noch Familien.
Dr. Ralf Brauksiepe/CDU/CSU kritisierte als Vorsitzender des
Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales die Idee eines
bedingungslosen/schikanefreien Grundeinkommens mit den Worten: "...die
Frage stellen, ob man den Bürgern nach zahlreichen Gesetzesänderungen im
Sozialbereich in den letzten Jahren, die in die richtige Richtung weisen,
nun einen kompletten Bruch im System zumuten kann... Erwerbsarbeit würde
unter Umständen nicht mehr als existenzsichernde Beschäftigung
wahrgenommen, sondern als Selbstverwirklichung."
Manfred Brauner/ Linke: "Ich tendiere zum bedingungslosen
Grundeinkommen, das den Familien nicht nur Platz zum Leben lässt,
sondern auch Rücklagen für Unwegsamkeiten gebildet werden können. So wird
den Familien auch ein Teil Sicherheit und Würde zurückgegeben."
Sabine Brunke-Reubold / Grüne: "Als Praktikerin mit
Betriebswirtschaftsstudium bin ich in der Wirtschaftspolitik zu Hause.
Mein Ziel ist es, wirtschaftspolitisch neue Wege für eine grüne
Wirtschaftspolitik zu entwickeln, die soziale und ökologische
Verantwortung mit Innovation verbindet", "Ich finde die Idee des
Grundeinkommens so attraktiv, weil es jedem Menschen die Möglichkeit
bietet, gleichberechtigt an der Gesellschaft teil zu haben... Ich stelle
mir vor, dass die Menschen dann nicht mehr sagen ′ich muss arbeiten, weil
ich das Geld brauche′, sondern arbeiten, weil sie genau diese Sache tun
möchten... Davon profitiert die ganze Gesellschaft."
Edelgard Bulmahn / SPD: "Um Arbeitslosigkeit von vorneherein zu
vermeiden, verfolgt die SPD das Ziel, die Arbeitslosenversicherung zu
einer Beschäftigungsversicherung umzubauen und die Qualität der
Arbeitsvermittlung und ihre Förderinstrumente deutlich zu verbessern. Wir
wollen die sozialen Sicherungssysteme in Bürgersozialversicherungen
umwandeln. Hierbei werden alle Bürgerinnen und Bürger solidarisch bei der
Absicherung vor Arbeitslosigkeit einbezogen... Eine funktionierende
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ist daher die Grundlage für einen
gerechten Arbeitsmarkt. Ein bedingungsloses Grundeinkommen leistet dieses
nicht." Die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik funktioniert seit den
Hartz4Gesetzen nicht mehr.
Christian Carstensen / SPD plappert: "Arbeit gibt es in der
Gesellschaft genug, z.B. im sozialen Bereich. Sie muss organisiert und
gerecht verteilt werden. Deswegen halten die SPD-Bundestagsfraktion und
ich an der Forderung der Vollbeschäftigung fest." Vollbeschäftigung gilt
nicht als Arbeit. Im Bereich Vollbeschäftigung gilt kein Arbeitsrecht.
Keine Partei plant soziale, das heißt: schlecht bezahlte Arbeit gerecht
auf alle Bürger zu verteilen. Familiäre Arbeit wird im Hartz4System
nicht als Sozialarbeit respektiert. "Die SPD tritt stattdessen dafür
ein, die bestehende Grundsicherung weiter zu entwickeln, damit die
Bürgerinnen und Bürger abgesichert sind. Dazu gehört auch die Anhebung
der Hartz IV Sätze, die am 1. Juli erfolgt ist." Die Bürger erhielten
nur wenige Euro mehr, keinen Inflationsausgleich. Das Hartz4System als
Schikanesystem wird von Christian Carstensen nicht problematisiert.
Bernhard Clasen / Die Linke: "Geld ist da beim Exportweltmeister
Deutschland, wo man gerne über die Standordnachteile klagt. Dies hat der
Schutzschirm für Banken gezeigt. In dieser Situation muss die Diskussion
um ein bedingungsloses Grundeinkommen vom Solidaritätsgedanken geprägt
sein. Die Produktivkraft liegt heute ein Vielfaches über der der
vergangenen Jahrzehnte. Arbeit muss neu definiert werden. Ich bin für ein
bedingungsloses Grundeinkommen von mindestens 1000 Euro pro Monat, wie wir
es beispielsweise in Alaska haben. Bei einem bedingungslosen
Grundeinkommen wird das Bruttosozialglück gesteigert. Niemand muss mehr
existenzielle Ängste haben."
Gitta Connemann/CDU sagte als Vorsitzende der Enquettekommission für
Kultur, dass sie sich mit der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens
nicht beschäftigt habe, weil es nicht finanzierbar sei. Sie kannte die
Finanzierungsmodelle von Dieter Althaus und anderen nicht. Sie reagierte
nicht, als sie ihr zugeschickt wurden. Sie hatte andererseits
Gewerkschaftern/Connexx einen Brief des Ministeriums für Arbeit und
Soziales vorgelesen, in dem deutlich wurde, dass Bundestagspolitiker vom
Ministerium so ignorant behandelt werden wie die Opfer der Hartz4Gesetze.
Lino Coscia / Für Volksentscheide: "Zitat von Charles de Montesquieu
beantworten: ?Der Staat schuldet allen seinen Einwohnern einen sicheren
Lebensunterhalt, Nahrung, geeignete Kleidung und einen Lebensstil, der
ihre Gesundheit nicht beeinträchtigt.... Abbau des gewaltigen
Bürokratieapparats... Allein dadurch könnte der größte Teil des
Bedingungslose Grundeinkommen finanziert werden, zusätzlich kann man eine
Sondersteuer für Konzerne einführen, die eine Monopolstellung errungen
haben und so die Marktwirtschaft behindern. Desweiteren sollten
Grundnahrungsmittel steuerfrei sein, jedoch Alkohol und Tabakwahren, die
inzwischen unser Gesundheitssystem gefährden, stärker besteuert werden."
Michael Cramer / Grüne / EU ließ schreiben: "Die dauerhafte und
bedingungslose Alimentierung von Menschen ohne stärkere Anreize für
Erwerbstätigkeit und Bildung kann für einen politischen und
gesellschaftlichen Ablasshandel missbraucht werden, der schnell zur
organisierten Ruhigstellung ganzer Bevölkerungsgruppen führt. Darum
sind wir gegen Grundeinkommens-Vorstellungen, die Erwerbslose quasi
abfinden wollen, bisherige soziale Sicherungsleistungen dafür
gegenrechnen und die Betroffenen mit der Verantwortung für die
Schaffung gesellschaftlicher Zugänge alleine lassen... Wir setzen auf
einen Staat, der mit seinen Ressourcen klug haushaltet, alle Bedürftigen
gezielt unterstützt und mit seiner Steuer- und Transferpolitik einen
entscheidenden Beitrag zu mehr Verteilungsgerechtigkeit leistet." Die
Hartz4Gesetze wirken wie eine organisierte Ruhigstellung/Bedrohung der
Bevölkerung.
Dr. Peter Danckert / SPD: "Sicher wird es auch in kommenden Jahren
Menschen geben, die keine Erwerbsarbeit finden oder auch keine finden
wollen, wobei letzteres die absolute Ausnahme sein wird. Ich bin aber der
festen Überzeugung, dass die Schaffung einer bedingungslosen
Grundsicherung der falsche Weg ist: Denn verlieren würden möglicherweise
gerade diejenigen, die bereits heute keine ausreichenden Chancen haben, in
ihrem Leben eine hinreichende Perspektive durch eigene Arbeit zu erhalten.
Es bestünde die Gefahr, dass ihre Situation durch die Einführung eines
bedingungslosen Grundeinkommens dauerhaft verfestigt würde." Er bietet
Erwerbslosen keine Alternative zum Hartz4System.
Günter Dennhoven / Grundeinkommen: "Wir arbeiten um zu leben, wir leben
nicht um zu arbeiten. Diese Grundeinstellung, gepaart mit einem neuen Mit-
und Füreinder, einem menschenwürdigen Leben in mehr Eigen- und
Mitverantwortung, wird der Schlüssel für die Zukunft sein."
Dr. Charlotte Didlap / Einzelbewerberin: "Das bedingungslose
Grundeinkommen umfasst ein Existenz- und Kulturminimum, das jedem Bürger
die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht, ohne einer Erwerbsarbeit
nach- gehen zu müssen. Es ist daher in der Höhe so zu bemessen, dass jeder
Bürger davon leben und in einem menschenwürdigen Umfang an Kultur
teilnehmen kann, ohne dass er dafür eine Arbeit annehmen muß. Hintergrund
der Idee ist, in aller Kürze dargestellt, dass in einer von zunehmender
Automation geprägten Gesellschaft mit immer weniger Arbeitsplätzen und
gleichwohl immer größerer Produktivität das Ziel der Vollbeschäftigung zur
Illusion geworden ist. Wir brauchen darum eine Entkoppelung von Einkommen
und Arbeit, ein Modell, das nicht auf der Existenzangst der Bürger
basiert, sondern ihre Lebensqualität und damit die Lebensqualität in der
ganzen Gesellschaft erhöht... Die Macht der Parteien und Organisationen
hängt an der Arbeit bzw. an der Angst der Menschen, Arbeit zu verlieren.
Ein System, das diese Angst beseitigt und damit Kreativität und in-
dividuelle Entwicklung des Einzelnen fördert, schwächt die Macht der
etablierten o.g. Institutionen und wird daher von ihnen nicht gefördert
werden."
Axel Dörken / Grundeinkommen: "Ich bin absolut für ein BGE. Mir schwebt
eine erweiterte Götz-Werner-Version vor. Wobei ich mich auch mit dem
Modell der Grünen und dem der Linken angefreundet habe...Die Erweiterung,
die ich bei dem von Götz Werner vorgeschlagenen Modell (Finanzierung über
eine Mehrwersteuer) vornehmen würde, ist die, dass ich mindestens eine
Börsenumsatzsteuer von 1% einführen würde. Ganz einfach deshalb, weil in
Zeiten wie der aktuellen, also bei einem längeranhaltenden Konsumeinbruch,
kann ein BGE unmöglich nur aus einer Konsumsteuer heraus bezahlt werden."
Katja Dörner / Grüne: "ich befürworte ein bedingungsloses
Grundeinkommen, wobei ich hinsichtlich der Frage des im Zusammenhang mit
der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens notwendigen Umbaus
unseres Steuersystems von einer deutlichen Erhöhung von Konsumsteuern...
absehen würde."
Siegmund Ehrmann/SPD schreibt: "Das bedingungslose Grundeinkommen, so die
Idee, soll alle sozial- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ersetzten.
Das halte ich für nicht überzeugend, weil die Instrumente der
Arbeitsmarktpolitik wegfallen würden und der Staat damit aus der
Verantwortung entlassen wird, Bürgern bei der Arbeitssuche zu
unterstützen." Das Recht auf ein bedingungsloses Grundeinkommen schließt
ein gesetzlich verankertes Recht auf Ausbildung nicht aus. Das
Grundeinkommen würde Ausbildungsvergütung und Bafög unbürokratisch
ersetzen. Jobcenter können provisionsorientiert arbeiten. Der Staat kann
gemeinnützige Arbeit finanziell unterstützen. Die Bürgerrechte gelten für
alle Bürger, aber sie werden im Hartz4System mit der Androhung des
Entzugs des Existenzminimums eingeschränkt.
Dr. Dagmar Enkelman/Linke notierte zum Thema bedingungsloses
Grundeinkommen: "diese Idee halte ich für visionär und in einer längeren
Perspektive auch für realisierungswürdig. Zugleich weiß ich, dass es
gegenwärtig wie in absehbarer Zeit dafür keine politisch-parlamentarischen
Mehrheiten gibt... Mit der derzeit vorgeschlagenen bedarfsorientierten
Mindestsicherung der Fraktion DIE LINKE ist eine realistische, umsetzbare
Alternative geschaffen worden." Sie übersieht, dass auch Politiker als
Interessenvertreter Maximalforderungen stellen müssen, um im kleinsten
gemeinsamen Nenner aller Minimalveränderungen durchsetzen zu können.
Gernot Erler / SPD geht auf Probleme, die ein fehlendes, gesetzlich
verankertes, Recht auf (fair bezahlte) Jobs für Bürger in
Hartz4Verhältnissen bedeutet, nicht ein, er reagierte auf konkrete
Fragen mit einer Art Vordruckantwort, in der unter anderem steht: "Die
SPD fordert daher Mindestlöhne statt staatliche Lohnsubvention.
Menschen, die Arbeit und Existenz sichernde Löhne haben, brauchen kein
Grundeinkommen." Mindestlöhne nutzen Bürgern nichts, wenn es keine
Jobangebote für sie gibt. Der Mindestlohn wurde übrigens erst ins
Programm der SPD genommen, als eine Gutachterin darauf hingewiesen
hatte, dass sogar der Begriff Mindestlohn fehlt.
Britta Ernst/SPD behauptet, dass Bürger schlechter gestellt würden, wenn
sie ein Recht auf bedingungsloses/schikanefreies Grundeinkommen hätten,
sie scheut sich nicht, Falschaussagen zu machen: "Rechnet man die Idee des
′Bedingungslosen Grundeinkommens′ einmal durch oder schaut sich Konzepte
an, die dies vorschlagen, so wird sehr klar, dass hier nur Beträge
ausgezahlt werden könnten, die weit unter dem heute geltenden
Existenzminimum liegen und weder im Krankheitsfall noch im Falle der
Arbeitslosigkeit oder im Alter vor Armut schützen können."
Klaus Ernst/Linke ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, aber für
eine "deutliche Anhebung der Leistungen, einen Verzicht auf jede Strafe
und Sanktion."
Karin Evers-Meyer/SPD: "Aus meiner Sicht spielt Arbeit im Leben des
Menschen eine wichtige Rolle. Ein Ziel sozialdemokratischer Politik ist es
daher, Vollbeschäftigung zu erreichen. Das bedingungslose Grundeinkommen
verringert jedoch den Anreiz, aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen. Dies
hätte unter anderem zur Folge, dass einige Gruppen, beispielsweise
Geringqualifizierte, zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt
werden." Sie unterstellt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen
Geringqualifizierte stärker an den Rand der Gesellschaft drängen würde
als das Hartz4System, in dem sie von einem sozialdemokratischen Minister mit
"Parasiten" in Verbindung gebracht wurden. Was heißt Vollbeschäftigung? Geringverdiener blieben fünfzig Prozent des
Arbeitslohnes,. sie hätten Netto mit einem Grundeinkommen mehr Geld als
jetzt. Sie könnten Mitspracherechte durchsetzen.
Hans Josef Fell / Grüne ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen,
"Priorität ist aus grüner Sicht die Parteinahme für die Schwächsten. Dazu
gehört, dass sozialstaatliche Leistungen die Befähigung der Menschen zum
Ziel haben müssen, ein Leben in eigener Regie zu führen. Dauerhafte
Alimentierung widerspricht diesem Ziel." Ein bedingungsloses, fair
dotiertes Grundeinkommen ist die Voraussetzung für ein Leben in eigener
Regie.
Ulrike Flach/FDP befürwortet, dass Menschen, die nicht im
internationalen Konkurrenzkampf von Kaptialeignern benutzt werden, in
Hartz4 leben müssen: "Unsere Chance in der Weltwirtschaft besteht darin,
modernste Technologien schnell zu entwickeln und an den Markt zu bringen,
die andere Nationen noch nicht herstellen können. Diesen Kompetenzvorteil
werden wir nur mit erstklassiger Bildung und Ausbildung halten können.
Hierfür Geld zu investieren halte ich für viel sinnvoller als ein
bedingungsloses Grundeinkommen zu subventionieren." Das Hartz4system
zerstört langfristig über psychosomatische Prozesse (Mobbing)
Arbeitsfähigkeiten. "Für uns gilt nach wie vor, dass jemand, der arbeitet,
mehr haben soll als jemand, der nicht arbeitet", sagt sie und behauptet:
"Das bedingungslose Grundeinkommen steht diesem Grundsatz entgegen." Das
entspricht nicht der Wahrheit: Wer fürs Arbeiten Arbeitslohn erhalten
kann, hat zusätzlich zum bedingungslosen Grundeinkommen mehr Geld zur
Verfügung. Wie im Bürgergeldsystem der FDP. Nur freiheitlicher orientiert.
Dr. Helmut Fleck/Bündnis für Deutschland, für Demokratie durch Volksabstimmung
will statt einem bedingungslosen
Grundeinkommen die Schaffung von Arbeitsstellen und existenzsichernden
Tariflohn. "Die EU sollte sich hier nicht einmischen. Die Tarifhoheit soll
bei den Tarifpartner der EU-Länder bleiben. Für den ordnungspolitischen
Rahmen der ′Sozialen Marktwirtschaft′ sollen die EU-Länder auch zuständig
bleiben." In den letzten Jahren wurden mehr Stellen abgebaut, statt
geschaffen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Ein Großteil neuer Stellen enstand im
Niedriglohnbereich. Auch für Hochqualifizierte.
Doreen Föse/Die Linke. behauptet: "Wir stehen für ein bedingungsloses
Grundeinkommen, die Abschaffung von Hartz IV und die Abschaffung der NATO
in ihrer jetzigen Form."
Hartmut Frank / Willi-Weise-Projekt: "Ja, jeder Mensch muss
selbstbestimmt leben können, dafür ist dass bedingungslose
Grundeinkommen die Voraussetzung."
Peter Friedrich / SPD vertritt die SPD-Doktrin und lobt, dass: "wir die
Arbeitsagenturen schlagkräftiger gemacht haben." Die Bürger leiden
darunter.
Erich Georg Fritz/CDU sympathisiert mit dem Althausmodell und fügt
hinzu: "Beschäftigte sollen allerdings erst Steuern bei einem monatlichen
Einkommen von mehr als 1 600 Euro zahlen. Wer weniger verdient, soll über
das Bürgergeld Zahlungen vom Staat erhalten."
Dr. Michael Fuchs / CDU schrieb, man müsse sich infolge der Finanz- und
Wirtschaftskrise zuerst um Unternehmen kümmern. Im CDU-Plan sei: "Der
Eingangssteuersatz wird auf 12 Prozent gesenkt und die Steuerlast bei
steigendem Einkommen verringert. Darüber hinaus wird der
Höchststeuersatz angehoben und der Kinderfreibetrag auf dann 8.004,-
Euro erhöht. Wir wollen, dass die Menschen mehr Netto vom Brutto haben
und darum wollen wir ein Steuerrecht, das einfach, niedrig und gerecht
ist." Er geht auf Probleme, die die die Hartz4Gesetze auslösen, nicht
ein. Es gibt in Deutschland kein gesetzlich verankertes Recht auf fair bezahlte Arbeit.
Martin Gerster/SPD behauptet "bei Althaus ′Bürgergeld′ liegt der
angestrebte Satz übrigen unter den bei ′Hartz IV gängigen 700",
Erwachsene, die in einer soganannten Bedarfsgemeinschaft leben, erhalten
aber nur 534 Euro/Monat als Grundsicherung inklusive Miete.
Günter Gloser/SPD lehnt ein Recht auf bedingungsloses Grundeinkommen ab,
"da es das sozialdemokratische Prinzip der aktivierenden Teilhabe
unterläuft." Er übersieht, das das sogenannte "aktivierende
Teilhabesystem" Hartz4 eine Propagandalüge ist. Die Hartz4Gesetze wirken
wie ein tagtägliches Mobbing. Es macht Menschen krank, arbeitsunfähig.
Josef Göppel/CSU will die Geringverdiener vor der Einführung eines
bedingungslosen Grundeinkommens schützen und behauptet: "Ich könnte nicht
akzeptieren, dass Geringverdiener mit ihrem Beitrag anderen eine
Selbstfindungsphase finanzieren. Das wäre weder christlich noch sozial."
Er übersieht, dass einer, der für Geld arbeitet, mit einem Grundeinkommen
wesentlich mehr Geld hätte, als einer der nur eine Art Grundeinkommen
erhält.
Nicole Gohlke / Die Linke: "Ich persönlich betrachte das Konzept des
Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) skeptisch... Aus den genannten
Gründen sind für mich politische Konsequenzen aus der durchaus richtigen
Kritik an der kapitalistischen Verwertungslogik zum einen die Forderung
nach einem gesetzlichen Mindestlohn, vor allem aber die Forderung nach
einer sinnvollen Verteilung der gesellschaftlichen Arbeitszeit durch eine
drastische Arbeitszeitverkürzung."
Diana Golze/Linke blockt eine Diskussion zum Thema bedingungsloses
Grundeinkommen ab: "ich glaube, eine bedarfsorientierte Mindestsicherung
mit unseren Maßstäben durchzusetzen, wäre schon ein Riesenerfolg und
bedeutet noch eine Menge Kampf und Druck auf die Regierenden. Wenn wir das
geschafft haben, reden wir weiter über das Grundeinkommen", "DIE LINKE
will Hartz IV durch eine bedarfsdeckende und sanktionsfreie
Mindestsicherung ersetzen, die Armut tatsächlich verhindert und die
Bürgerrechte der Betroffenen achtet."
Thoralf Grau / Rep vertritt das Althausmodell, "Das Prinzip, dass jeder
der arbeitet besser gestellt ist als ein Arbeitsloser kommt so zur
Geltung. Damit werden mehr Jobs angenommen und keiner rechnet mehr gegen,
ob sich bei Hartz4-Bezug das Arbeiten denn lohnt?." Die Republikaner
nutzen Hass auf eine Gesellschaft, die Bürger zwingt, weitgehend ohne
Bürgerrechte zu leben, für Rechtspopulismus.
Monika Griefahn / SPD: "Wenn Sie mich nach meinem persönlichen Konzept von
Arbeit und Gesellschaft in der Zukunft fragen, so trete ich für Tätigsein
ein Leben lang ein. Das heißt nicht, dass jeder Mensch für den Erwerb
arbeiten sollte, bis er umfällt, sondern dass auch die künstlerischen oder
auch ehrenamtlichen Tätigkeiten, wie z.B. das Vorlesen in einem Altenheim,
als Tätigkeit anerkannt und honoriert werden. Das kann beispielsweise eine
Honorierung im Rahmen von Rentenansprüchen sein. Es gibt so viele Dinge zu
tun, die nötig sind für unsere Gesellschaft, und damit diese Dinge getan
werden, setze ich auf ein Anreizsystem. Damit erkennt die Gesellschaft an,
dass jemand etwas für sie tut, und man selbst fühlt sich berufen, etwas
für die Gesellschaft zu tun. Ich fürchte, ein bedingungsloses
Grundeinkommen würde das nicht schaffen." Ein bedingungsloses
Grundeinkommen würde nur die Existenz schikanefrei absichern, es beendet
kein Anreizsystem, bezahlte Arbeit zu suchen oder ehrenamtliche Arbeit zu
leisten.
Kerstin Griese / SPD beantwortete die Frage nach ihrer Position zu
einem bedingungslosesn Grundeinkommen nicht, sie behauptet nicht
erkennen zu können, dass im Hartz4System Bürger für Familiengründungen im
Niedriglohnbereich mit Raum- und Geldentzug bestraft werden. Menschen, die
Bedarfsgemeinschaften zugezählt werden, haben in Berlin im Durchschnitt 20
Quadratmeter und 156 Euro weniger zur Verfügung als Alleinlebende. Auch
als Aufstocker.
Reinhard Grindel / CDU "Aufgabe des Staates ist es, Menschen zu
unterstützen, die nicht arbeiten können. Aufgabe des Staates ist es,
Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Menschen Arbeit finden und ihren
Lebensunterhalt in der Zeit der Suche nach Arbeit zu sichern. Ein
bedingungsloses Grundeinkommen würde bedeuten, dass der Staat auch
Menschen unterstützt, die nicht arbeiten wollen. Das kann nicht ernsthaft
gewollt sein. Es wäre ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die einer
geringer bezahlten Tätigkeit nachgehen. Es wäre gleichzeitig die
Aufkündigung des solidarischen Generationenvertrages." Es gibt nicht
ausreichend bezahlte Arbeitsangebote, so dass kein Bürger im Hartz4System
leben müsste, der es nicht will. Wer wenig verdient, hätte mit einem
Grundeinkommen mehr Geld. Es ist nicht im Sinne eines
Generationenvertrages, das Bürger gezwungen werden können, für ein
Existenzminimum Bürger mit hoher Rente zu versorgen.
Markus Grübel/ CDU geht nicht auf das Argument ein, dass
individuelle Leistung in Deutschland nur als Arbeit gilt, wenn sie
mit Geld bezahlt wird, "Die individuelle Leistung ist für mich
eine wesentliche Grundlage unseres Wohlstands. Daher dürfen
Einrichtungen der Solidarität nicht den Leistungswillen des
Einzelnen lähmen. Staatliche soziale Sicherungssysteme sollten nur
dann eingreifen, wenn die individuelle Leistungsfähigkeit und
andere Hilfsmechanismen nicht ausreichen, um sich einen
angemessenen Lebensstandard aus eigener Kraft zu erarbeiten."
Menschen arbeiten und müssen in Sozialhilfeverhältnissen
weitgehend ohne Bürgerrechte leben.
Gregor Gysi/Linke ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, "weil ich
nicht möchte, dass die Töchter und Söhne der reichen Leute solch ein
Grundeinkommen kassieren." Steuern können regulierend wirken. Er fordert,
dass im Falle eines Rechts auf ein bedingungsloes Grundeinkommen,
"diejenigen, die sich jeglicher Solidarleistung verweigern, einen Abzug
erhalten sollen." Wer entscheidet, welche Arbeitsleistung als
Solidarleistung gilt, welche nicht?
Michael Hartmann/SPD verhöhnt die Opfer der Agendapolitik: "Wir haben
mit der Agenda 2010 und den HARTZ-Gesetzen das Prinzip des ′Fördern und
des Forderns′ etabliert. Von den grundlegenden Leistungen sind wir also
schon nah an einem Grundeinkommen für alle angekommen. Ein darüber hinaus
gehendes ′bedingungsloses Grundeinkommen′ wird es nicht geben."
Heinz-Peter Haustein / FDP befürwortete das FDP-Modell. In der FDP
scheint kein einziger Querdenker. Er beantwortete die Frage nicht, ob
Geringverdiener als Angestellte und Freischaffende im Bürgergeldmodell der
FDP von Drangsalierungen, mehr Geld verdienen zu sollen, ohne dass es
konkrete Chancen gibt, mehr Geld verdienen zu können, befreit sind.
Hubertus Heil/SPD behauptet: "Das bedingungslose Grundeinkommen ist
Ausdruck eines gestörten Verhältnisses zum Leistungsfaktor Arbeit und
entspricht daher nicht den Grundprinzipien sozialdemokratischer Politik."
Im Hartz4System wird Arbeit nur als Arbeit anerkannt, wenn der, der
Arbeitsleistungen in Anspruch nimmt, sie bezahlen will oder bezahlen kann.
Unbezahlte Arbeit gilt nicht als Arbeit.
Norbert Hense / Für Volksentscheide glaubt: "Da das bedingungslose
Grundeinkommen hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass
Arbeitslosen, aufgrund ihres geringen Einkommens, zu wenig Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben ermöglicht wird, denke ich das man dieses Problem
einfacher und besser lösen kann, indem man keine Mehrwertsteuer mehr auf
′Produkte des täglichen Bedarfs′ erhebt." Aber die Hartz4Gesetze bedeuten
nicht nur Armut, sondern Verlust von Bürgerrechten, ein Leben in Angst vor
Schikanen.
Monika Herz / Einzelbewerberin: "Das Grundeinkommen ist ein Instrument der
Freiheit... Wir definieren unseren Wert über unsere Arbeit. Ein Manager
ist unserer Gesellschaft Millionen wert, ein Handwerker 2000, ein Kind nur
164... Mit einem Grundeinkommen sagen wir als Gesellschaft grundsätzlich:
Jeder ist uns so wertvoll, dass er auf alle Fälle leben können soll.
Bedingungslos. Das wäre ein weiterer, ein großer Schritt hin zur
vollständigen Verwirklichung der Menschenrechte und damit auch des
Grundgesetzes."
Petra Hess / SPD behauptet: "Eine Arbeit ohne den Anreiz, dass es dem
Arbeitnehmer durch sie besser geht, ist nicht denkbar. Die staatlich
gelenkte Planwirtschaft der DDR hat gezeigt, dass Arbeit ohne Konkurrenz
und ohne Anreiz nicht funktioniert." Das Durchschnittseinkommen in
Deutschland beträgt 3068 Euro/Monat. Ein Lohnabstandsgebot ist im Fall
eines schikanefreien Grundeinkommens auch bei geringen Löhnen garantiert.
Ein Bürger, der einen Bruttolohn von 1500 Euro erhält, hätte im
Althausmodell 1350 Euro netto zur Verfügung. "Wie bereits in der
vorangegangenen Antwort erwähnt, ist es nicht auszuschließen, dass in
Einzelfällen ein BGE Positives bewirken könnte, in der überwiegenden Zahl
der Fälle ist nicht damit zu rechnen. Auch die sinnvolle Verwendung von
Geld setzt ein Mindestmaß an Bildung, Ehrgeiz und Eigenverantwortung
voraus." Petra Hess beleidigt als Bundestagsabgeordnete Millionen Bürger.
Sie ist von Beruf Kindergärtnerin. Sie weiß nicht: Wenn es keine Jobs
gibt, nutzt es nichts, gebildet, ehrgeizig zu sein und eigenverantwortlich
handeln zu wollen. Eine Jobchance ist laut Spielfilmen: Mord.
Klaus Peter Hesse/CDU bleibt Sachäußerungen zum Thema schuldig, "Als
Fachsprecher für Verkehr musste ich in dieser Angelegenheit erst einmal
recherchieren, um Ihnen befriedigend antworten zu können... Grundsätzlich
bin ich aber eher skeptisch, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen
zeitgemäß und Ziel führend ist.".
Markus Heurung / Piratenpartei: "Die unterschiedlichen Modelle zum BGE
überzeugen mich sehr, da sie neben der Absicherung der Lebensgrundlage
aller Bürger auch eine transparenter (Steuer-) Politik ermöglichen. Die
Folgen, die das BGE Kulturschaffenden, Kreativen und Selbständigen bietet,
habe ich selbst noch nicht komplett erfassen können, ich halte das dadurch
freigesetzte Potential für enorm! Die Umsetzung und die Machbarkeit des
ganzen ist dann auch der Punkt, der in der Piratenpartei noch umstritten
ist. Ein Konsens haben wir hier noch nicht gefunden."
Peter Hintze/CDU hält ein "Grundeinkommen in Form einer staatlichen
Leistung ohne Bedürftigkeitsprüfung für problematisch, da es dem
Grundsatz der Leistungsgerechtigkeit widerspricht und keinen Anreiz zur
Aufnahme von Arbeit, insbesondere im Rahmen eines sozial geschützten
Beschäftigungsverhältnisses, schafft." Anreiz für Fremdarbeit ist der
Arbeitslohn. Es herrscht keine Leistungsgerechtigkeit, wenn unter dem
Druck der Hartz4Gesetze eine Vielzahl gesellschaftlich relevanter Arbeit
nicht oder fast nicht bezahlt wird.
Nele Hirsch/Linke will ein "Recht auf eine sinnstiftende und
selbstbestimmte Tätigkeit in dieser Gesellschaft", aber sie ist gegen die
Chancen eines bedingungslosen Grundeinkommen, das ein demütigungsfreies
ehrenamtliches Arbeiten ermöglichen könnte, "Hier würde eine
erwerbseinkommens- und vermögensunabhängige Anspruchsberechtigung auf eine
Transferleistung eingeführt."Wer über Vermögen verfügt, muss nicht
arbeiten er kann andere für sich arbeiten lassen. Infolge des
Hartz4Systems auch zu Dumpinglöhnen. Steuern könnten regulierend wirken.
Ulrike Höfken-Deipenbrock/Grüne warnt: "Die Gefahr eines
′bedingungslosen Grundeinkommen′ liegt darin, dass damit weit weg von
Realitäten, ungewollt neoliberale Ideen geadelt werden, die mit einer
sozialen Gerechtigkeit nicht in Einklang zu bringen sind. Alle Modelle,
auch die Sockelmodelle, können den Bedürftigen Unterstützung entziehen und
riesige Finanzmengen von unten nach oben verlagern." Jeder Politiker kann
das mit Hilfe von flankierenden Gesetzen verhindern.
Christel Humme / SPD behauptet: "Der Staat ließe seine Bürgerinnen und
Bürger mit ihren Problemen allein und würde seine Aufgaben auf das bloße
Überweisen einer Geldsumme reduzieren. Durch die Bedingungslosigkeit würde
zudem auch der mehrfache Millionär monatlich sein zusätzliches
Grundeinkommen erhalten." Ihre Argumentation wirkt auswendig gelernt. Der
Staat kann ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen und Menschen, die
darüber hinaus Hilfe brauchen, helfen. Er kann Millionäre so besteuern,
dass soziale Gerechtigkeit herrscht..
Karin Jöns/SPD ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, "Ich bin
überzeugt davon, dass wir Armut nur bekämpfen und alle Menschen eine
gesellschaftliche Teilhabe nur ermöglichen können, wenn wir mehr und gute
Arbeitsplätze schaffen, d.h. Arbeit die nicht krank macht, Arbeit von der
man leben kann und Arbeit deren Rente es ermöglicht, in Würde Alt zu
werden. Deshalb brauchen wir auch in Deutschland dringend einen
gesetzlichen Mindestlohn. Außerdem müssen dringend die Regelsätze des
Arbeitslosengeldes II erhöht werden, wofür sich die SPD auch einsetzt."
SPD-Vertreter herrschen im Ministerium für Arbeit, das Millionen Bürger im Hartz4System per Durchführungsbestmmungen und Dienstanweisungen
schikanieren lässt, statt jedem Bürger, der Lohnarbeit will, fair bezahlte
Arbeit anzubieten. Die Stellen, die im Öffentlichen Beschäftigungssektor
geschaffen wurden, sind ohne Tariflohn, Kündigungsschutz,
Arbeitslosenversicherung.
Johannes Jung/SPD ist gegen ein bedingungsloses/schikanefreies Grundeinkommen. "Eine
grundsätzliche Gewährung von Transferleistungen ohne Gegenleistung wäre
ein fundamentaler Systemwandel und würde grundlegende Verhaltensänderungen
auslösen." Er übersieht, dass die Gesellschaft für eine Vielzahl
Arbeitsleistungen von Bürgern keine Gegenleistung erbringt. "Unter dem
Gesichtspunkt der vielfach und zu recht geforderten Bildungsreformen ist
durch die faktische Entwertung von Erwerbstätigkeit, die mit solchen
Vorstellungen einhergeht, mit deutlich verminderten Bildungsanstrengungen
zu rechnen. Wie sich das hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Bedeutung
des ′Humankapitals′ auf das Wirtschaftswachstum - und ohne ein solches
geht nicht viel - auswirken dürfte, liegt auf der Hand. Unter dem Strich
bedeuten Bürgergeldansätze große Unsicherheiten, resultierend aus
fiskalischen Risiken und Verhaltensänderungen, die bedingt durch negative
Anreize zu erwarten sind." Er unterstellt, dass ein Recht eines jeden
Bürgers auf ein schikanefreies Grundeinkommen ein negativer Anreiz ist,
sich in der Gesellschaft zu engagieren. Das Hartz4System bewirkt wegen
gesetzlich verankerten Ungerechtigkeiten Protest- und
Verweigerungshaltungen der Bürger.
Johannes Kahrs/SPD ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, "Ein
wirklich sozialer Staat investiert dagegen in seine Menschen, indem er auf
ihre individuellen Bedürfnisse eingeht und seine Sozialleistungen
entsprechend genau zuschneidet." Das Hartz4System sieht keine individuellen Problemlösungen vor. Er
behauptet: "Zielführender ist in diesem Zusammenhang tatsächlich die von
der SPD initiierte Diskussion um einen gesetzlichen Mindestlohn." Ein
Mindestlohn von 7,50 Euro garantiert Bürgern kein Recht auf
existenzsichernde Arbeit, er bietet keine Grundsicherung für Familien.
Martina Kaesbach/FDP erkennt selbstbestimmte Arbeit nicht als Arbeit an und fordert, dass die "Bereitschaft seitens des Empfängers zu erwarten
ist, eine angebotene Arbeit anzunehmen. Das Bürgergeld würde im
Negativfall verkürzt werden."
Karin Kaschuba / Linke ist für eine Diskussion zum Thema bedingungslosen
Grundeinkommen: "Für mich muß das Ziel einer Gesellschaft sein ,würdige
und gute Lebensperspektiven für jeden Menschen, egal, ob er Frisör oder
Professsor ist , zu gestalten. Damit so etwas möglich ist und erst einmal
jeder und jede sich gut bilden kann und auch unter den Bedingungen hoher
Arbeitslosigkeit leben kann ,diskutieren wir über ein bedingungsloses
Grundeinkommen."
Michael Kauch/FDP vertritt die Bürgergeldvision seiner Partei, er ist
gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, aber nicht für ein gesetzlich
verankertes Recht auf bezahlte Arbeit, so dass jeder Bürger den
Sozialhilfestatus verlassen - könnte.
Titus-Ivo Kaute / Einzelkandidat fragte sich: "Was möchte ich im
Bundestag erreichen?... - Einführung eines bezahlbaren und
bedingungslosen Grundeinkommens." Das muss nicht fair sein.
Ulrich Kelber / SPD kämpft für die "Vollbeschäftigung" von Menschen. Er
benutzt schriftliche SPD-Vorgaben, wenn er antwortet.
Hakki Keskin/Linke "Gut- und Bestverdienende brauchen das
bedingungslose Grundeinkommen schlichtweg nicht und Niedrigverdienern und
Erwerbslosen ist mir einer repressionsfreien, sozial gerechten
Grundsicherung mindestens genauso gut geholfen." Er übersieht, dass eine
Bedürftigkeitsprüfung nicht repressionsfrei erfolgen kann, u.a. das Recht
auf Datenschutz verletzt. Er ergänzt: "Dies ist zumindest meine Ansicht,
ich werde die Debatte aber weiter intensiv verfolgen."
Sven-Christian Kindler / Grüne "Kurzfristig werde ich mich für eine
armutsfeste, soziokulturelle Existenzsicherung ohne Sanktionen und
Repressionen einsetzen. Ich denke aber, dass mittel- und langfristig ein
bedingungsloses Grundeinkommen bei gleichzeitigem Ausbau des öffentlichen
Sektors (ÖPNV, KiTas, Schulen, Universitäten, Büchereien, Kultur etc.)
eine visionäre, aber auch gleichzeitig realistische, Möglichkeit sein
kann, um Armut zu bekämpfen und jedem Menschen das Grundrecht auf ein
menschenwürdiges Leben und echte Teilhabe an der Gesellschaft zu
ermöglichen."
Katja Kipping/Linke kämpft für ein bedingungsloses Grundeinkommen und
zusätzliche Förderung von Arbeitssuchenden. Sie sagte, sie fühle sich mit
ihrer Position in der Partei weitgehend allein. Sie ergänzt: "Gute Ideen müssen von der großen Mehrheit als richtig
empfunden werden, dann ziehen Parteien ganz schnell mit. Es kommt also
auch auf Ihr Engagement an."
Lars Klingbeil/ SPD folgt der SPD-Doktrin: "Arbeit ist mehr als die
Sicherung des eigenen Lebensunterhalts. Bei der Erwerbsarbeit nutzt man
seine Fähigkeiten und entwickelt sich weiter. Man tut etwas Sinnvolles und
bringt sich ein. Außerdem bedeutet Arbeit für viele Menschen auch,
befreundete Arbeitskollegen zu treffen.... Menschen die Arbeit und ein
existenzsichernde Löhne haben, brauchen kein Grundeinkommen. " Die SPD
erkennt einerseits unbezahlte Arbeit nicht als Arbeit an, andererseits
realisierte sie kein gesetzlich verankerten Rechtsanspruch auf bezahlte
Arbeit, als sie die Hartz4Gesetze realisierte.
Julia Klöckner/CDU recherchierte nicht, wie Zahlen zustande kommen,
bevor sie behauptete, "Im Juni gab es beispielsweise 712 000 Arbeitslose
weniger als noch vor einem Jahr. Bis April stieg die Zahl der
Arbeitsplätze um knapp 600 000... davon sind rund die Hälfte Vollzeitjobs.
Die Stellenangebote liegen mit 968 000 nur noch knapp unter der
Millionengrenze." Ein Großteil der sogenannten Stellenangebote führen zu
Jobvermittlern, die Datenbanken aufbauen. Geringverdiener gelten nicht als
arbeitslos, aber sie müssen nicht nur in Armut, sondern weitgehend ohne
Bürgerrechte und in beständiger Angst vor Schikanen leben.
Adolf G. Knapp / Linke: "Ich möchte keine Wortklauberei betreiben, doch
aus der Sicht der Juristen öffnet das Wort bedingungslos alle nur
denkbaren Türen.... Es gibt bestimmte mindest Bedingungen, die erfüllt
werden sollten. Das ist z. B. ein fester Wohnsitz in Deutschland. Wenn wir
uns auf die Worte bedarfsdeckend und sanktionsfrei einigen würden, sind
wir auf dem gleichen Weg. Ja, ich bin für ein Grundeinkommen das den
Schnüffelparagraphen nicht kennt. Die U 25-Regelung ersatzlos gestrichen
wird. Die Bedarfsgemeinschaften abgeschafft werden und das
Individualprinzip eingeführt wird. Der Sanktionsparagraph 31 im SGB II
abgeschafft wird. Das alle in der Bundesrepublik lebenden und gemeldeten
Bürger, die über kein ausreichendes Einkommen und Vermögen verfügen, einen
Anspruch darauf haben ihren Mindestbedarf zu decken."
Dr. Bärbel Kofler / SPD: "Die Achillesferse des Grundeinkommens ist
seine Finanzierung. Dabei geht es in erster Linie um
Gerechtigkeitsdefizite im Rahmen des Steuersystems. Alles in allem lehne
ich die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, wie sie derzeit in
Deutschland diskutiert wird, ab." Ein schikanefreies/bedingungsloses
Grundeinkommen ist, nachgewiesen, finanzierbar. Ein System, in dem fünfzig
Prozent der Bürger mit Kündigungsschutz... sozial abgesichert leben und
die andere Hälfte in prekären Verhältnissen leben und arbeiten muss, ist nachweislich nicht gerecht.
Dr. Heinrich L. Kolb FDP betont in der Erläuterung des FDP-Modells:
"Besteht die Möglichkeit einer Vollzeitbeschäftigung, so ist diese auch
wahrzunehmen... Die Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit entbindet
jedoch nicht von der Verpflichtung, sich Arbeit zu suchen."
Jürgen Koppelin/FDP: "Dieses sog. ′Quorum′ ist bei der Petition zum
bedingungslosen Grundeinkommen (wohl über 53.000 Zeichnungen) erfüllt
worden. Sie ist nun im normalen Petitionsverfahren, wo darüber entschieden
wird, ob hier ein sog. ′Regelfall′ vorliegt und daher eine öffentliche
Beratung stattfinden wird. Eine Entscheidung darüber hat noch nicht
stattgefunden...Die FDP steht dem Vorhaben sehr kritisch gegenüber." Das
Bürgergeldmodell der FDP ist nicht freiheitlich orientiert. Arbeit wird
als Arbeit nur anerkannt, wenn sie mit Geld bezahlt wird.
Sylvia Kotting-Uhls/Grüne will das bedingungslose Grundeinkommen mit
Umweltschutz koppeln und finanzieren, "Als Teilfinanzierung oder Einstieg
in ein bedingungsloses Grundeinkommen kann es dann betrachtet werden, wenn
wir das Aufkommen für den Ökobonus aus bereits bestehenden Steuern oder
Abgaben finanzieren. Vorstellbar ist allerdings auch das Aufkommen neu aus
Umweltverbrauch zu generieren und dann selbstverständlich ohne Umwege
direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurück zu verteilen. Diese Variante
hätte eventuell deutlichere Lenkungseffekte, weil sie sehr transparent
wäre und dem Einzelnen den Umweltverbrauch des eigenen Lebensstils
verdeutlichte ohne ihm Vorschriften zu machen. Jede Person hätte es in der
Hand durch Umsteuern im Lebensstil vom Ökobonus richtig zu profitieren.
Wer durchschnittlich Energie und Ressourcen verbraucht, für den ist das
Ganze ein Nullsummenspiel. Wer überdurchschnittlich verbraucht, bezahlt
auch überdurchschnittlich und wer schonend mit Energie und Ressourcen
umgeht, profitiert."Sie ist eine Büfürworterin eines
"bedingungslosen Grundeinkommens... Ich bin überzeugt davon, dass ein
bedingungsloses Grundeinkommen nicht - wie manche befürchten - zu weniger
Tätigkeit führt, sondern zu mehr, weil es die Menschen frei macht.
Selbständigkeit, künstlerische Tätigkeit, das Wagnis auch zu einem Beruf
Ja zu sagen, der keine gesicherte Einkunft verspricht - all das wird
leichter möglich. Vor allem aber haben Entwürdigungen und
Sanktionsmechanismen des heutigen Hartz4-Systems ein Ende."
Emanuel Kotzian "meine persönliche Meinung: Aus meiner Sicht ist eine Grundsicherung ein unumgängliches Instrument zukunftsfähiger Sozialpolitik, weil Sie
1) den Bürger zum Mittelpunkt des Staates macht, anstatt ihn als Bittsteller zu diskreditieren! 2) eine logische Fortentwicklung der heutigen Sozialsicherungen darstellt und hilft Bürokratie abzubauen! 3) die Binnennachfrage stimuliert, da kaum eine volkswirtschaftliche Sparquote im Bereich der Grundsicherung zu erwarten ist. Beides zusammen -- der Effekt der steigenden Binnennachfrage und daraus resultierende Steuermehreinnahmen, sowie immense Einsparungen im Verwaltungsbereich -- führt zur kostenneutralen Umsetzungsmöglichkeit! Darüber hinaus schlage ich vor die Grundsicherung als zweistufiges Model einzuführen.
Eine bedingungslose Grundsicherung die sich am Lebensminimum orientiert und automatisch jährlich der Inflationsrate angepasst wird!
Eine bedingte Mehrsicherung die 20% über der Grundsicherung liegt und Bürgern vorbehalten bleibt, die nachweisen können, dass Sie mindestens 600 Stunden/Jahr bzw. 50 Stunden/Monat gemeinnützigen Einrichtungen oder anerkannten Vereinen ehrenamtlich zur Verfügung stehen."
Johannes Krause / SPD: "Das Konzept für ein Bedingungsloses
Grundeinkommen (BGE) von Götz Werner mag auf den ersten Blick vielleicht
verlockend erscheinen, ist es aber bei genauerer Betrachtung nur für große
Unternehmer wie Götz Werner. Arbeitgeber wären auf einen Schlag von der
Zahlung existenzsichernder Löhne befreit. Mindestlöhne wären kein Thema
mehr. Auch Kündigungen wären künftig kein Problem. Götz Werner lehnt jede
soziale Verantwortung der Unternehmen ab. Zudem würde bei einem
Grundeinkommen von 1.500 Euro, was Götz Werner als Ziel vertritt, ein
zusätzliches Defizit im Bundeshaushalt von 1,4 Bio. Euro jährlich
entstehen, so ?Der Spiegel in seiner ersten Ausgabe 2007. Gegen
Kinderarmut helfen Mindestlohn und höhere Bedarfssätze, weil die Eltern
dann auch mehr finanzielle Spielräume für ihre Kinder haben. Dafür setze
ich mich ein. Schulbedarfspakete sind auch eine sehr konkrete
Unterstützung. Alle Kinder, die derzeit eine Grundsicherung für
Arbeitssuchende erhalten, bekommen eine Leistung mit der Schulmaterialien
gekauft werden können. Diese Konzept ist ausbaubar. Kostenloses
Mittagessen in allen Kitas und Grundschulen ist ein weiteres Politikziel
für das ich eintrete."
Dr. Martina Krogmann/CDU unterstellt, dass ein bedingungsloses
Grundeinkommen den sozialen Frieden stören würde: "Man darf nie
vergessen, dass staatliche Leistungen keine Wohltaten einer anonymen
Organisation sind, sondern Gelder, die von anderen Menschen durch ihre
Arbeit erwirtschaftet worden sind." Sie beachtet nicht, dass vom Recht auf
ein schikanefreies Grundeinkommen auch die profitieren, die bezahlt
arbeiten. Sie fürchtet, dass "Arbeit dann unter Umständen weniger als
existenzsichernde Beschäftigung wahrgenommen wird, denn als
Selbstverwirklichung", sie behauptet damit indirekt, Ziel des
gegenwärtigen Arbeitssystems sei es, einer Selbstverwirklichung, in der
individuelle Fähigkeiten in die Gesellschaft eingebracht werden,
entgegenzuwirken.
Angelika Krüger-Leißner/SPD: "Grundeinkommen ist ein Thema, dass wir
Sozialdemokraten kaum thematisieren. Das hängt damit zusammen, dass der
Grundgedanke der Sozialdemokratie darauf beruht, dass starke Schultern
mehr tragen als Schwache. Ein Grundeinkommen bedeutet aber, dass alle
Bürger - auch Vermögende - einen Anspruch auf das bedingungslose
Grundeinkommen haben, womit die Kernprinzipien des Sozialstaats
ausgehebelt werden... Daher bin ich überzeugt, dass ein Grundeinkommen
kein Heilsversprechen ist." Das Hartz4System und eine
freiheitlich-demokratische Grundordnung sind unvereinbar, so lange es kein gesetzlich verankertes
Recht auf Arbeit, kein Recht auf fair bezahlte Arbeit gibt. Angelika
Krüger-Leißner sagte während einer Gewerkschaftsveranstaltung, dass
Politikern eine individuelle Betreuung von Erwerbslosen zugesichert worden
war, bevor sie den Hartz4Gesetzen zugestimmt hatten, sie bot Schutz gegen
Willkür an, ohne ihn realisieren zu können.
Rüdiger Kruse / CDU: "auch ich finde die Idee des Grundeinkommens
interessant. Ich befürchte nicht, dass dies zu einer Unterminierung der
allgemeinen Arbeitsmotivation führen würde. Fragen Sie sich selbst und
andere, ob Sie aufhören würden zu arbeiten, wenn Sie ein Grundeinkommen
von vielleicht 700 Euro hätten."
Steffen Kühne / Linke: "Der bedingungslose Erhalt eines garantierten
Minimums bietet allen die Chance auf ein Leben in Würde, frei von
Existenzangst, Arbeitszwang um jeden Preis und zu jedem Preis. Auch die
Repression und Schnüffelei durch Ämter, der sich viele Hartz-IV-Betroffene
heute ausgesetzt sehen, wäre überwunden. Die derzeit mit Durchführung,
Prüfung, Kontrolle und Sanktionierung befasste Sozialverwaltung könnte
massiv verkleinert werden. Ein existenzsicherndes bedingungsloses
Grundeinkommen würde all jene Menschen in die Lage versetzen, wieder an
Kultur, Bildung und den Prozessen demokratischer Meinungsfindung
teilzuhaben, denen im Moment das dazu nötige Geld fehlt. Zentraler
Knackpunkt bei der Umsetzung eines solchen Modells ist meines Erachtens
die Finanzierung der entstehenden Mehrkosten. Dies wird ohne eine stärkere
Besteuerung hoher Einkommen nicht möglich sein."
Heinz Kühsel / Linke: "Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine uralte
emanzipatorische Idee, die alle Menschen vom Zwang der Lohnarbeit befreien
will und damit die Menschenwürde in den Mittelpunkt rückt. Sie erscheint
mir deshalb höchst attraktiv, und einige Praxisversuche haben wohl auch
gezeigt, dass sie nicht zu den befürchteten Nachteilen führen muss."
Renate Künast / Grüne ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen,
"weil für uns alle neben materieller Absicherung eine Aufgabe und
soziale Anerkennung im Leben sehr wichtig sind. Wir Grüne wollen durch
Investitionen in Klimaschutz, Bildung und soziale Gerechtigkeit bis 2013
eine Million neue Jobs schaffen. Unser Green New Deal ist ein großer
Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit und zukunftssicheren Arbeitsplätzen."
Eine Million Jobs sind keine Problemlösung, wenn mehr
als fünf Millionen Jobs fehlen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann
durch soziale Anerkennung von Arbeit flankiert werden.
Ute Kumpf /SPD sagte im Gespräch, das Hauptproblem im Hartz4System sei,
dass in den Jobcentern kein Respekt vor Arbeit herrsche, Menschen, die
arbeiten, werden nicht anders behandelt wie Menschen, die nicht arbeiten,
sie notierte: "Neben den Vorteilen einer Bürgergeldregelung: Das System
ist übersichtlich, für jedermann einfach zu verstehen und transparent zu
verwalten; es ist leicht zugänglich, wenig stigmatisierend und verhindert
verschämte Armut, sehe ich aber die große Gefahr der Spaltung unserer
Gesellschaft. Und zwar in sozialer, kultureller, wie geschlechtlicher
Hinsicht. Das ist mein zentrales Gegenargument." Die möglichen
Folgeprobleme, die sie aufzählte, könnten trotz schikanefreier
Grundsicherung politisch gelöst werden: Wer arbeitet, würde wesentlich
mehr Geld als den Grundsicherunsgbetrag erhalten, Kindergartenplätze
sollten für alle Kinder gestellt werden, ehrenamtliche Arbeit könnte wie
Erwerbsarbeit gesellschaftlich respektiert werden...
Markus Kurth/Grüne vetritt die offizielle Parteilinie, die gegen ein
bedingungsloses Grundeinkommen ist.
Oskar Lafontaine/Linke ließ Thomas Lutze antworten, "Ein Grundeinkommen
bei erwerbsfähigen Menschen aber ′bedingungslos′ zu gestalten ist keine
Position, die Oskar Lafontaine vertritt." Wer diktiert die Bedingungen?
Jobvermittler und Jobsuchende können sich nur gleichberechtigt begegnen,
wenn der Jobsuchende nicht in lebensbedrohlichen Nöten leben muss.
Monika Lazar / Grüne: "Die Autonomie also die Selbstbestimmung jedes
Menschen und die gleichzeitige universelle Absicherung gegen Armut sind
die stärksten Argumente für ein Grundeinkommen."
Paul Lehrieder / CSU : "Das Althaus-Modell würde dem Staat jährlich
Kosten in Höhe von 583 Milliarden Euro verursachen. Das heutige System
kostet den Staat durch die Zahlung von Arbeitslosengeld, Sozialhilfe,
Rente, Kindergeld und ähnliche Sozialleistungen dagegen 735 Milliarden
Euro pro Jahr. Damit wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen nach Althaus
günstiger als das heutige System. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat das
Konzept von Dieter Althaus nachgeprüft und kommt zur Feststellung, dass es
finanzierbar wäre." Da bleiben 197 Milliarden für Freiräume, Ausbildungs-
und Jobförderung. . Er kritisiert aber: "Das Althaus-Modell geht davon
aus, dass alle Menschen gerne und freiwillig arbeiten, auch wenn sie ein
Grundeinkommen erhalten." Er behauptet: "Auch der Verzicht auf eine
Bedürftigkeitsprüfung kann nicht durchgesetzt werden. Die Mittel werden
von der Solidargemeinschaft aufgebracht. Einerseits gilt es, Missbrauch zu
verhindern, andererseits aber auch das Vertrauen in die Notwendigkeit der
bewilligten Mittel in der Bevölkerung sicherzustellen." Er bedenkt nicht,
dass von einem bedingungslosen Grundeinkommen auch die profitieren, die
bezahlte Arbeit haben. Auch Arbeitgeber. Und dass, so lange auch die
keinen Job finden - können, die einen wollen, Zweifel am Arbeitswillen von
Bürgern menschenverachtend und zynisch wirken.
Harald Leibrecht/FDP ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen,
"Deutschland braucht einen funktionsfähigen Niedriglohnsektor... Ich
hoffe, Ihnen damit die Position der FDP-Fraktion näher gebracht zu haben."
Steffen Lemme / SPD: "Würde ein bedingungsloses Grundeinkommen
existieren, dann hätten alle Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch
darauf, ohne vorherige Prüfung auf Bedürftigkeit." Also auch die, die
Steuern zahlen - ! "In meinen Augen ist das ungerecht." Er behauptet:
"Rechnet man die Modelle eines bedingungslosen Grundeinkommens durch, wird
deutlich, dass nur Beträge ausgezahlt werden könnten, die unterhalb des
derzeitigen Existenzminimums liegen und weder im Fall von Arbeitslosigkeit
noch im Alter vor materieller Armut schützen können. Eine über das vom
Staat gezahlte Grundgehalt hinausgehende Förderung des Einzelnen ist nicht
vorgesehen." Sie könnte organisiert werden. "Um Armut zu bekämpfen und
allen Bürgerinnen und Bürgern eine gesellschaftliche Teilhabe zu
ermöglichen, müssen wir mehr und besser bezahlte Arbeitsplätze schaffen:
Arbeit von der man leben kann, die nicht krank macht, die eine Rente
ermöglicht, mit der man im Alter würdig leben kann! Deshalb kämpfe ich für
einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn." Ein Mindestlohn von 7,50
Euro verhindert keine Familien- und Altersarmut. SPD und Gewerkschafter
hatten Jahre Zeit, Arbeitsstellen zu realisieren.
Ruben Lehnert / Linke ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, "Ich
werbe für einen gesetzlichen Mindestlohn und unterstütze die Forderung
nach einer sinnvollen Verteilung der gesellschaftlichen Arbeitszeit durch
Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Gleichzeitig ist völlig
klar, dass wir eine bedarfsgerechte, menschenwürdige Grundsicherung für
all diejenigen brauchen, die vorübergehend oder altersbedingt aus dem
Erwerbsleben ausscheiden. Selbstverständlich muss diese repressionsfrei
gezahlt werden."
Michael Leutert / Die Linke ist Mitbegründer vom ′Netzwerk
Grundeinkommen′, "So birgt es sowohl eine Antwort auf die Tatsache, dass
angesichts des technologischen Fortschritts immer weniger Menschen immer
mehr produzieren können, Vollbeschäftigung also nicht mehr zu erreichen
sein wird. Das bedingungslose Grundeinkommen ist aber auch eine Art
′Demokratiepauschale′ für unsere Gesellschaft. Jede Frau und jeder Mann
sollen sich frei von Furcht und Not in die Gestaltung der Gesellschaft
und der Wirtschaft einbringen können."
Markus Löning/FDP erläutert die Bürgergeldidee der FDP, sie ist
bürokratischer als die Vision eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Dr. Hildegard Lingnau / GRÜNE: "ich teile Ihre Position zum
bedingungslosen Grundeinkommen und werde mich dafür politisch einsetzen.
Wir haben zu wenig Arbeit und können nicht länger so tun, als wäre das
kein strukturelles Problem, sondern ein Versagen derjenigen, die keine
Arbeit finden."
Simon Lissner / Grüne: "Ich persönlich befürworte das bedingungslose
Grundeinkommen. Unsere Partei hat dazu auf dem Bundesparteitag eine
interessante Auseinandersetzung geführt. Die Befürworter des
Grundeinkommens unterlagen mit ihrem Antrag vergleichsweise knapp (40 zu
60%). Die Grüne Partei dürfte damit vermutlich zu der Partei mit der
größten qualifizierten Minderheit für ein Grundeinkommen gehören. Es
gelang im Zuge weiterer Abstimmungen eine Reihe von Punkten in den
Mehrheitsantrag einzuarbeiten, die den Weg in Richtung Grundeinkommen für
den Fall erleichtern dürften, dass sich die Mehrheitsverhältnisse ändern.
So zum Beispiel die Forderung nach einem Kindergrundeinkommen."
Dr. Gesine Lötzsch / Die Linke notierte zum Thema bedingungsloses
Grundeinkommen: "Ich persönlich halte es für eine gute Sache, die als
langfristiges Projekt durchaus anzustreben ist. Allerdings gibt es
vorerst kurzfristige Dinge, die einer konkreten Verbesserung bedürfen.
Zum Beispiel wäre eine Erhöhung der Regelsätze bei Hartz IV sowie der
Grundsicherung im Alter ein wichtiger Schritt auf diesem Weg."
Dr. Michael Luther/CDU schrieb "Das Althaus-Modell würde Berechnungen
zufolge dem Staat jährlich Kosten in Höhe von 583 Milliarden Euro
verursachen. Das heutige System kostet den Staat durch die Zahlung von
Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Rente, Kindergeld und ähnliche
Sozialleistungen dagegen 735 Milliarden Euro pro Jahr. Damit wäre ein
bedingungsloses Grundeinkommen nach Althaus günstiger als das heutige
System. Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hat das Konzept von Althaus
nachgeprüft und kommt zur Feststellung, dass das Konzept finanzierbar
wäre." Dr.Michael Luther will aber den Humankapitalstatus der Bürger nicht
riskieren: "Die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau stabil." Er
übersieht: Ein Grundgehalt würde die Verhandlungspositionen aller
Beteiligten im Wirtschaftsprozess verbessern.
Caren Mark / SPD findet das Hartz4System ok: "Das Arbeitslosengeld II ist
eine Grundsicherung des Existenzminimums, die der Staat zahlt bis zur
Wiederaufnahme eigener Erwerbstätigkeit... Die Zahlung des ALG II geht,
anders als früher, einher mit Angeboten zur Qualifizierung, zur
Stellenvermittlung und Betreuung von Arbeitssuchenden.... Zum
bedingungslosen Grundeinkommen habe ich eine klare Position: Unabhängig
von der Finanzierbarkeit, auf die ich hier gar nicht eingehen will,
entspricht es nicht meiner Vorstellung einer gerechten und solidarischen
Gesellschaft, Menschen in dauerhafte Abhängigkeit vom Staat zu bringen und
eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von arbeitenden und nichtarbeitenden
Menschen zu schaffen. Das hat für mich auch nichts mit linker Politik zu
tun. Vielmehr sollten Menschen frei und selbstbestimmt ihr Leben führen
können, und dazu gehört auch, dass sie an Produktions- und
Wertschöpfungsprozessen beteiligt und nicht an den Rand geschoben werden.
Freilich muss der Zugang zu Bildung, zu Arbeit und zur Teilhabe an der
Gesellschaft für jeden möglich sein." Menschen arbeiten vor allem im
Kreativbereich respektiert und müssen gleichzeitig in Hartz4 leben, als
würden sie nicht arbeiten. Ein Mindestlohn von 7,50 Euro würde sie nicht
beschützen.
Hans-Peter Mayer/CDU vertrat keine eigene Meinung zum Thema
Grundeinkommen, "die Diskussion über die Idee des Grundeinkommens und
dessen zahlreiche Ansätze ist mir bekannt. Das Europäische Parlament hat
aus Gründen der Subsidiarität keine Kompetenz, ein Grundeinkommen
einzuführen. Dies können nur die einzelnen Mitgliedstaaten entscheiden."
Er fügte hinzu: "Zu Themen, die ich weder beeinflussen noch entscheiden
kann, gebe ich keine Stellungnahme ab." Das Europaparlament könnte aber
Rahmenbedingungen für ein schikanefries, bedingungsloses Grundeinkommen
schaffen.
Johann Mayer / GRÜNE behauptet: "Ein staatlich garantiertes Einkommen für
Eltern oder ein generelles Grundeinkommen ist nicht das Ziel, denn sie
sind schlichtweg nicht finanzierbar."
Ulrike Merten/SPD behauptet in der Diskussion des Althausmodells, dass
200 Euro pro Person und Monat für die Krankenkassen nicht ausreichend sind und "Hinzuverdienstmöglichkeiten gibt es erst jenseits der 800 Euro." Das entspricht nicht der Wahrheit. Jedem Bürger blieben vom Lohn zusätzlich 50
%. Das heißt, wer heute bei einem Bruttoeinkommen von 1500 Euro ca. 1070
Euro erhält, würde 1350 Euro erhalten. Der Krankenkassenbetrag würde auch für Kinder
abgeführt.
Jerzy Montag/Grüne hält ein Recht auf ein bedingungsloses
Grundeinkommen für eine Alimentierung, kein Grundrecht, dass in einer
Gesellschaft, in der niemand Hütten bauen und jagen darf, eine
freiheitlich-demokratische Grundordnung erst ermöglichen würde, sie
behauptet: "Dauerhafte Alimentierung widerspricht diesem Ziel."
Marlene Mortler / CSU nimmt Existenzprobleme von Millionen Bürgern, die im
Hartz4System wie in einem Getto leben müssen, nicht wahr, "Ziel der
Bundesregierung ist es jedoch, das Bedarfsprinzip sowie das
"Beitrag-und-Gegenleistung-Prinzip" zu stärken. Insofern ist das
"bedingungslose Grundeinkommen" kein Thema des aktuellen
Regierungshandelns".
Jan Mühlmann-Skupien / FDP: "Das Liberale Bürgergeld wird bei
Bedürftigkeit und Arbeitsbereitschaft oder Arbeitsunfähigkeit gezahlt und
soll einen erhöhten Arbeitsanreiz auslösen, indem zusätzliches Einkommen
geringer angerechnet wird als bei heutigen sozialen Sicherungssystemen."
Das Bürgergeldprogramm der FDP ist nicht freiheitlich-demokratisch
orientiert.
Jan Mücke/FDP vertritt das FDPModell, das auf eine Ausweitung des
Nieriglohnbereiches orientiert, nicht auf eine
freiheitlich-demokratische Grundordnung, die darauf orientieren würde,
dass jeder Bürger Mitbestimmungsrechte bei der Bestimmung von
Arbeitsinhalten hat.
Detlef Müller/SPD nennt "...ein Grundeinkommen unsozial und nicht
finanzierbar. " Bürokratie wird finanziert. Es ist unsozial, wenn Bürger,
die im Öffentlichen Dienst arbeiten, im Gegensatz zur Mehrheit der
anderen Bürger mit Karenztagen, Kündigungsschutz und von Steuerzahlern finanziertem, fair
dotiertem Lohn leben dürfen.
Michael Musil / Grüne: "das Thema Grundeinkommen steht bei mir ganz hoch
im Kurs. Im Rahmen meiner Bemühungen das Thema ?Natürliche
Wirtschaftsordnung? ins Gespräch zu bringen, habe ich innerhalb der Partei
die Bewegung ?Grundeinkommen? unterstützt. Da mir aber die
Finanzierungsmodelle des Grundeinkommens nicht gefallen - sie basieren
alle auf Umverteilung - habe ich bereits vor 7 Jahren in einem regionalen
Modell eine Variante ins Leben gerufen, die bis dato unwidersprochen ist
und bestens funktioniert. Mangels Werbemöglichkeit und wegen politischen
Gegenwind ist das Projekt im Westerwald weitgehend unbekannt. Sie können
sich die Grundlage auf der page www.tauschring-ww.de gerne anschauen."
Mike Nagler / Linke argumentiert gegen das bedingungslsoes
Grundeinkommen: "Althaus verspricht sich durch das Bürgergeld enorme
Einsparungen, weil folgende Sozialleistungen wegfallen würden:
Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II, alle Formen der Grundsicherung -
auch für nicht Erwerbsfähige, Kindergeld, Wohngeld, Bafög und weitere
Beihilfen." Es gäbe eine bedingungslose/schikanefreie Grundsicherung.
Zusatzversicherungen können abgeschlossen werden. "Das Bürgergeld ist
nicht existenzsichernd. Bezieher des ALG II, die alleinstehend bzw.
alleinerziehend sind, weden sogar schlechter gestellt. Grundsätzlich
liegen alle Bürgergeldeinkommen für Menschen... unter der
EU-Armutsgrenze." Zur Zeit werden Familiengründungen im Niedriglohnbereich
mit Geld- und Raumentzug bestraft. Ein Grundeinkommen kann sich an der
Armutsgrenze orientieren. "In der Krankenversicherung soll die
Kopfpauschale durch die Hintertür eingeführt werden." Das herrschende
System ist extrem bürokratisch. "Erwerbstätige können nach dem Modell
zunächst mehr Geld in der Tasche haben als bisher. Aber im Falle
plötzlicher Ereignisse, die zu Arbeitslosigkiet oder sogar zu einer
Erwerbsunfähigkeit führen, ist keine Lebensstandardsicherung mehr
möglich." Zur Zeit auch nicht. Eine freiwillige Arbeitslosdenversicherung
ist möglich. "Althaus stellt durch sein vorgeschlagenes Steuersystem die
Bezieher hoher Einkommen besser." Bürger müssen Druck ausüben, dass das
gerechter strukturiert wird. "Die Arbeitslosenversicherung fällt weg. Das
bedeutet auch, dass es keine Arbeitsvermittlung, keine aktive
Arbeitsmarktpolitik und keine öffentlich geförderte Arbeit mehr gibt." Die
Arbeitsvermittlung würde privatisiert und effektiver. Eingespartes Geld
könnte u.a. in Bildung fließen. "Das Modell wird den Niedriglohnsektor
weiter ausdehnen." Niemand müsste unfair finanzierte Jobs annehmen. "Mit
der zukünftigen Rente... Altersarmut". Viele Bürger erhalten zur Zeit
keine 600 Euro Rente plus maximal 1200 Euro. "Das Bürgergeld soll in
Deutschland lebenden ausländischen Mitbürgern verwehrt werden." Das kann diskutiert werden.
Andrea Nahles/SPD geht auf Probleme von Millionen Bürgern nicht ein, "Ich
habe zum ′bedingungsloses Grundeinkommen′ eine eindeutige Meinung. Ich
lehne es ab." Sie verweist in einem Antwortschreiben mit Hilfe eines Links
auf Steinmeier. Frank-Walter Steinmeier will Deutschland zum "Silikon
Valley" machen. Kommentar
Dirk Niebel/FDP: "Das Bürgergeld muss individuell ausgestaltet werden,
je nach Lebenssituation. Es ist nicht für Millionäre oder für jemanden,
der nicht bereit ist zu arbeiten", er befürwortet letztendlich ein
bürokratisches System. Er äußerte sich gegen ein gesetzlich verankertes
Recht auf Arbeit, ein Recht auf existenzsichernde Arbeit, so dass
letzendlich der Kapitalmarkt entscheidet, welcher Bürger in
Hartz4Verhältnissen leben muss und wer nicht, nicht der Bürger.
Hans-Joachim Otto / FDP verwies auf das Bürgergeldmodell der FDP. Das
Bürgergeldmodell bietet Geringverdienern im Arbeitsbereich Selbständiger
und Freischaffender keine Chance. "Im Hinblick auf Künstler, die sich in
der Tat häufig in schwierigen Erwerbsverhältnissen befinden, möchte ich
Sie erneut auf die Künstlersozialversicherung bzw. Künstlersozialkasse
hinweisen, zu der sich die FDP nach wie vor bekennt." Die
Künstlersozialkasse beteiligt sich nur an den Kosten der
Krankenversicherung. Sie basiert auf einem umfangreich bürokratischem
System. Sie bietet keine soziale Grundabsicherung von Menschen, die wegen
mangelndem Tarifschutz für die Inanspruchnahme von Arbeitsleistungen fast
kein Geld erhalten..
Petra Pau
/ Linke spricht von einer "aktiven Strömung innerhalb der
Linkspartei für ein bedingungsloses Grundeinkommen." Und fügt hinzu: "Ich
neige aus bürgerrechtlichen Gründen ebenfalls dazu und ich wähne dabei
sogar Karl Marx auf meiner Seite."
David Perteck / ödp: "Wer zeitweise oder länger nicht arbeiten will oder
kann, etwa aus gesundheitlichen Gründen oder weil schlicht nicht
ausreichend Arbeitsplätze vorhanden sind, der ist mit dem Grundeinkommen
in angemessener Höhe abgesichert, kann am gesellschaftlichen Leben
teilnehmen und persönlichen Interessen wie Kunst, Kultur und anderen
Beschäftigungen nachgehen. Wer hingegen wie der weitaus überwiegende Teil
der Bevölkerung gerne arbeiten möchte, der erzielt auch ein entsprechend
höheres Einkommen. Verbunden mit einem flächendeckenden gesetzlichen
Mindestlohn, der in zahlreichen westeuropäischen Ländern bereits
existiert, und zukunftsfähigen Arbeitszeitmodellen würde das
bedingungslose Grundeinkommen die aufwändige und teure Bürokratie ebenso
wie das Problem der sogenannten Aufstocker wegfallen lassen, bei dem
Vollzeitbeschäftigte zusätzlich Leistungen von der ARGE benötigen, weil
ihr Einkommen für den Lebensunterhalt ggf. ihrer ganzen Familie nicht
ausreicht."
Harald Petzold / Die Linke: "Die im Bundestagswahlprogramm der LINKEN
enthaltende Forderung nach einer bedarfsdeckenden und sanktionsfreien
Mindestsicherung, auf die alle in der Bundesrepublik lebenden Menschen
einen Anspruch haben, kommt zentralen Kriterien des von ihr vertretenden
Konzepts des bedingungslosen Grundeinkommens - Existenz und
Mindestteilhabe sichernd, individueller Rechtsanspruch, keine
Bedürftigkeitsprüfung und kein Zwang zur Arbeit - sehr nahe, formuliert
allerdings als Voraussetzungen: kein ausreichendes Einkommen und Vermögen,
um den Mindestbedarf zu decken."
Klaus Pfeifer / Willi-Weise-Projekt: "Ich bin für das bedingungslose
Grundeinkommen. Jedoch kann es nur ein Baustein im Rahmen vieler
Veränderungen sein. Ein HarzIV - Grundeinkommen gibt es bereits, nur wird
dabei die Würde des Menschen ausser Acht gelassen!"
Johannes Andreas Pflug/SPD will Bürger in Abhängigkeitsstrukturen
halten, "Nur der vorsorgende Sozialstaat, der Familien-, Bildungs-,
Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik intelligent miteinander vernetzt,
kann im 21. Jahrhundert soziale Gerechtigkeit herstellen", er scheut sich
nicht, Falschaussagen, d.h. Wunschvorstellungen als Realität, zu
veröffentlichen: "Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wird versucht,
Kernprinzipien des Sozialstaates auszuhebeln. Während bisher
Sozialleistungen überwiegend zielgenau auf die tatsächlich Bedürftigen
zugeschnitten wurden."
Felix Pithan / Die Linke. schrieb: "...ein Grundeinkommen in Höhe von 650 Euro und
damit weit unter der Armutsgrenze vorschlägt, lehne ich entschieden
ab....Sozialleistungen sollen dazu dienen, allen Menschen die Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und nicht Billiglöhne
subventionieren. Letzteres droht meines Erachtens bei einem
Grundeinkommensmodell wie dem von Götz Werner. In diesem Sinne werde ich
mich immer gegen jede Politik stellen, die dazu führt, dass Menschen in
Armut leben und für europäische Sozialstandards wie Mindestlöhne und
Sozialleistungen oberhalb der jeweiligen Armutsgrenzen einsetzen."
Andreas Popp / Priratenpartei hat sich noch nicht entschieden, "Bisher
sind mir Modelle mit negativer Einkommenssteuer einleuchtender."
Birgit Raab / Grüne : "Wir leben in Zeiten, in denen viele Arbeitsplätze
fehlen und Menschen dauerhaft und ungewollt vom Arbeitsmarkt -- und von
den daran gekoppelten sozialen Sicherungssystemen ausgeschlossen werden.
Ein Grundeinkommen könnte Unsicherheit, Altersarmut und den Schrecken der
Reduzierung von Erwerbsarbeit (mit damit möglicherweise verbundenen
Verarmung) verringern. Das Grundeinkommen würde außerdem Zeiten von
gesellschaftlich wichtiger, aber heute oft unbezahlter oder gering
geschätzter Arbeit viel höher vergüten: Familien- und Pflegezeiten,
Projektarbeit, künstlerische Tätigkeiten, Weiterbildung oder auch
ehrenamtlicher Beschäftigung. Ich befürworte deshalb eine breite
gesellschaftliche Debatte zwischen Wissenschaft, Politik und Bürgerinnen
und Bürgern. Unsere grünen Ideen wie die bedingungslose
Kindergrundsicherung für alle Kinder, die elternunabhängige
Studienfinanzierung oder die Garantierente für alle alten Menschen sehe
ich als erste Schritte zur Umsetzung eines bedingungslosen
Grundeinkommens."
Bodo Ramelow/Linke: "ich finde es gut, wenn die Idee eines Bürgergeldes/
Grundeinkommens diskutiert wird, allerdings gibt es unterschiedliche
Auslegungen, die zu differenzieren sind. Der thüringische
Ministerpräsident Dieter Althaus beispielsweise vertritt ein Konzept, das
die Kluft zwischen arm und reich wohl eher noch wachsen lässt, als sie zu
verringern. Persönlich plädiere ich für ein Grundeinkommen in Verbindung
mit einer Bürgerversicherung."
Dr. Peter Ramsauer/CSU kennt die Vorteile eines bedingungslosen
Grundeinkommen, "Es gibt ernst zu nehmende Ökonomen, die daran glauben,
dass der Mensch mit einem Grundeinkommen mehr wagt, weil er auf festen
Grund bauen kann. Dafür spricht sicherlich auch, dass der
Verwaltungsapparat, der heute das Sozialsystem unterhält, weitgehend
überflüssig würde. Gesellschaftliche Konflikte würden vermieden. Die
Lohnnebenkosten fielen weg." Er fragt aber: "Welche Steuern sollten dafür
erhöht werden?" Es gibt ausreichend Finanzierungsmodelle. Wennn 50 % von weiteren
Einkommen versteuert würde, wäre die Gesamtbelastung nicht höher als
jetzt, - plus: Grundeinkommen. Er schreibt:
"Menschenwürde verlangt nach der christlichen Soziallehre jedoch ein Recht
auf Teilhabe am wirtschaftlichen Prozess durch Arbeit." Er übersieht, dass
ein Großteil gesellschaftlicher Arbeit in der Gesellschaft nicht als
Arbeit anerkannt wird.
Benjamin Raschke / GRÜNE: "Auch wer ohne Erwerbsarbeit ist oder sich aus
anderen Gründen in einer Notlage befindet, muss ein Leben in Würde und
Selbstbestimmung führen und sich auf eine armutsfeste Existenzsicherung
verlassen können." Er ist aber nicht für ein bedingungungsloses
Grundeinkommen.
Elke Reinke/Linke befürwortet ein bedingungsloses/schikanefreies
Grundeinkommen: "Das BGE ist existenzsichernd, ermöglicht
gesellschaftliche Teilhabe und ein Leben in Würde (ohne
Bedürftigkeitsprüfung, ohne Arbeitszwang, ohne "Sozialschnüffler" etc.).
Es ist durch andere Einkommen (auf Mindestlohnbasis!) ergänzbar und wird
durch Arbeitszeitverkürzung flankiert. !"
Dr. Carola Reimann / SPD verkörpert zum Thema Grundeinkommen, das
selbstbestimmtes Arbeiten ermöglichen könnte, die SPD-Parteidoktrin: "Ich
stehe dieser Idee sehr skeptisch gegenüber. Ich bin davon überzeugt, dass
es in Deutschland genug Arbeitsplätze gibt bzw. diese geschaffen werden
können. Das Potenzial ist da, deswegen hält die SPD auch am Ziel der
Vollbeschäftigung fest. Unser Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat
mit seinem Deutschland-Plan klar gemacht, wie das gehen kann." Der
Deutschland-Plan sieht vor, Deutschland zum "Silikon Valley" zu machen.
Die Vision der SPD sieht fremdbestimmte Vollbeschäftigung auch für Mütter
vor.
Sönke Rix/SPD ist gegen ein schikanefreies Grundeinkommen, er verhöhnt
Millionen Bürger, in dem er behauptet: "Arbeitslose - auch
Langzeitarbeitslose -- sollen besser und schneller in den Arbeitsmarkt
integriert werden. Deshalb wurden auch Arbeitslosen- und Sozialhilfe
zusammengelegt. Mehr als eine Million erwerbsfähiger
Sozialhilfeempfängerinnen und Sozialhilfeempfänger sind damit aus der
Sozialhilfe herausgeholt worden." Millionen Bürger wurde in den
Sozialhilfestatus gebracht. Er behauptet, "die jüngsten Arbeitslosenzahlen
zeigen: Die rot-grüne Regierung hat die Weichen richtig gestellt."
Jörg Rohde/FDP vertritt das FDP-Modell, das über Grundsicherung,
Sanktionssysteme, Arbeitszwang auf eine Ausdehnung des
Niedriglohnbereiches orientiert. "Für weitere Fragen können Sie auch gerne
einer meiner Bürgersprechstunden nutzen."
Claudia Roth / Grüne vertritt die offizielle Position der Grünen, sie ist
gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, das die Konstruktion von
Bedarfsgemeinschaften, Bespitzelungen und bei einer fairen Dotierung
Machtmissbrauch und Ausbeutung beenden könnte, sie schrieb aber: "Die
Grüne Grundsicherung soll eine Grundabsicherung schaffen, die Menschen
ohne Erwerbsarbeit ein Leben in Selbstbestimmung und Würde ermöglicht...
Wir wollen die Rechte der BezieherInnen der Grundsicherung gegenüber den
Arbeitsagenturen stärken und die Zumutbarkeitsregeln beim Arbeitslosengeld
II entschärfen -- damit Menschen nicht unter Tarif und außerhalb von
Sozialversicherungen arbeiten müssen. Niemandem darf das Existenzminimum
weggekürzt werden. Stattdessen wollen wir die Zuverdienstmöglichkeiten
ausbauen und verbessern, die Anrechnung von Partnereinkommen deutlich
reduzieren und die private Altersvorsorge besser schützen."
Albert Rupprecht / CSU: "Die CDU/CSU Fraktion hält das Modell des
bedingungslosen Grundeinkommens für unglücklich, da staatliche Hilfe für
die Vermittlung von Arbeit und Qualifikationen, also die Eingliederung in
den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft vorgesehen ist. Ein Anspruch auf
bedingungsloses Grundeinkommen untergräbt jedoch das Subsidiaritätsprinzip
und würde somit nicht zur Förderung der Grundlagen einer solidarischen
Gesellschaft sowie der sozialen Marktwirtschaft beitragen." Er übersieht,
dass weder eine solidarische Gesellschaft noch eine sozial ausgerichtete
Marktwirtschaft in Deutschland existieren, sondern mit Hilfe von Gesetzen
das Selbstwertgefühl von Bürgern zerstört wird, um sie für einen
profitorientierten Markt gefügig zu machen. Solidarität wäre, wenn
Arbeitsstellen geteilt würden, in einer sozialen Marktwirtschaft gäbe es
existenzsichernde, familienfreundliche Löhne und Arbeitszeiten.
Gertrud Schanne-Raab / ödp ist nicht für ein bedingungsloses
Grundeinkommen, "Ich persönlich würde mir eine Anererkennung (in Form
von sozialversicherungspflichtigem Entgelt) für alle geleistete Arbeit
wünschen, so wie es die ödp mit ihrer Forderung nach einem
Erziehungsgehalt für die Zeit der Kindererziehung bereits tut." Der
Bürokratieaufwand würde wachsen.
Hartmut Schauerte / CDU notierte nur: "Die Petition ′Reformvorschläge in
der Sozialversicherung - Bedingungsloses Grundeinkommen′, eingereicht am
17. Februar 2009 von Frau Susanne Wiest, befindet sich derzeit in der
parlamentarischen Prüfung. Während dieses Verfahrens entscheidet der
Ausschuss, ob eine öffentliche Beratung oder eine Anhörung von Petenten
durchgeführt wird. Von dem Ergebnis werden Sie im Internet unterrichtet."
Anton Schaaf/SPD sagt "ein bedingungsloses Grundeinkommen lehne ich ab,
es ist weder finanzierbar noch sozial gerecht... Ich glaube trotz aller
Probleme im Detail ist unser soziales Sicherungssystem, so wie es ist,
solidarisch und paritätisch finanziert, nach wie vor eines der besten."
Anton Schaaf hat keinen Realitätsbezug, d.h. er das Hartz4System nicht
durchlebt.
Dr. Hans-Joachim Schabedoth / SPD wird als Mitarbeiter der Abteilung
Grundsatzfragen des Deutschen Gewerkschaftsbundes von Mitgliedsbeiträgen
hoch dotiert finanziert und gönnt Gewerkschaftern, die ohne Tarifschutz
freischaffend arbeiten müssen, von seinen Steuern und Abgaben keine
schikanefreie Grundsicherung in Höhe des Existenzminimums. Er propagiert
Neidkultur: "Die Gewerkschafter richten ihr Hauptaugenmerk nicht darauf,
zu Lasten aller Steuer- und Abgabenzahler die Wege zum freiwilligen
Ausstieg aus dem Arbeitsleben zu finanzieren." Die Bürger, die keine
bezahlte Arbeit finden können, hätten nur das Existenzminimum. Die
Gewerkschaftsführung unterbindet eine öffentliche Diskussion zum Thema
Grundeinkommen als Grundgehalt. Hartz4 diszipliniert auch die Mitarbeiter
der Gewerkschaften, sie denken anders, als sie handeln. Ein Redakteur
einer Gewerkschaftszeitung sagte, dass Hauptproblem sei, dass Angestellte
von Mitgliedern nicht gewählt werden können, so dass sie die Interessen
der Beitragszahler durchsetzen helfen müssten, um sich ihren Job zu
erhalten. Sie sind abhängig von ihren Vorgesetzten.
Axel Schäfer/SPD äußert den Vorwurf, "dass CDU/CSU und FDP es unter der
Regierung Kohl noch nicht einmal geschafft haben, Sozial- und
Arbeitslosenhilfe zusammenzulegen", obwohl das von dem überwiegenden Teil
der Bürger als Schikaneprozess wahrgenommen wurde/wird, er behauptet: "mit
SGB II haben wir schon eine Art Bürgergeld."
Christine Scheel / Grüne behauptet "Ein bedingungsloses
Grundeinkommen ist keine angemessene Antwort auf die vorhandene
Massenarbeitslosigkeit." "Grundsätzlich muss jede Sozialpolitik zugleich
Arbeitsmarktpolitik sein." /Es war die Grüne Partei, die mit ihrer Sozial- und Arbeitsmarktpolitik
ohne flankierende Maßnahmen wie ein Recht auf fair bezahlte Arbeit
Millionen Bürger in Hartz4verhältnisse zwang und
damit Grundvertrauen zu Politikern nachhaltig zerstörte. Sie bekennt sich
aber zu den Grundsatzpositionen der Grünen
"Der Grundbedarf, der für eine Teilhabe an der Gesellschaft notwendig ist,
muss jeder Zeit gewährleistet sein und darf nicht durch Sanktionen
angetastet werden."
Renate Schmidt/SPD recherchierte bisher nicht genug Informationen, um sich
festlegen zu wollen. "Es gibt allerdings ein paar Grundeinkommensmodelle,
die es wert sind weiter diskutiert zu werden. Eines davon ist vom
BAT-Institut (Prof. Opaschowski) jüngst vorgestellt worden."
Carsten Schneider / SPD argumentiert gegen "bedingungsloses
Grundeinkommen mag die Binnenkonjunktur vielleicht kurzfristig
ankurbeln. Aber weil die Bürgerinnen und Bürger weniger Anreiz hätten zu
arbeiten, würde das Arbeitsangebot mittelfristig zurückgehen. Die
Volkswirtschaft würde durch das Grundeinkommen gerade nicht gestärkt,
sondern geschwächt." Das ist unlogisch. Arbeitsangebote wären
unbürokratischer.
Olaf Scholz/SPD beantwortete Fragen nach der Ursache der Bestrafung von
Familiengründungen im Niedriglohnbereich und seiner Position zu einem
schikanefreien Grundeinkommen, das verhindern würde, dass in Deutschland
Geringverdiener tagtäglich, staatlich verordnet, als Bürger diskriminiert
werden, nicht. Für Bürger, die im Hartz4System leben müssen, wird die
Schweigepflicht von Ärzten außer Kraft gesetzt, sie dürfen Abwrackprämien
für Autos nicht zur Finanzierung eines neuen Autos benutzen... sie leben
in einem Sonderstatus. Scholz schrieb auf Abgeordnetenwatch: Fragen zu
meinem Aufgabengebiet als Bundesminister für Arbeit und Soziales richten
Sie bitte mit Ihrer vollständigen Anschrift direkt an das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales Wilhelmstr. 49 10117 Berlin
E-Mail: info@bmas.bund.de. Das
Bundesministerium beantwortete Fragen nicht.
Ottmar Schreiner SPD ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen: "Zum
einen, weil ich nicht der Meinung bin, dass zu wenig Arbeit vorhanden ist,
über Wachstum und Qualifizierung sowie Arbeitszeitverkürzung und einen
öffentlichen Beschäftigungssektor können Arbeitsplätze geschaffen werden.
Zum zweiten halte ich es für gefährlich, die Arbeitslosen- und
Rentenversicherung zugunsten eines Grundeinkommens abzuschaffen -- eine
konservative oder liberale Mehrheit könnte das Grundeinkommen auf den
heutigen ALG II-Satz absenken, was einer weitgehenden Demontage des
Sozialstaates entspräche. Schließlich halte ich auch eine gewisse
Lebensstandardsicherung, wie sie die derzeitige Arbeitslosen- und
Rentenversicherung (wenngleich in geringerem Umfang, was ich kritisiere)
bietet, für sinnvoll." Jeder Bürger kann freiwillige Zusatzversicherungen
abschließen. Das Hartz4System existiert seit Jahren. Die SPD war an der
Macht. Arbeitszeiten wurden verlängert, nicht verkürzt. Wer im
Öffentlichen Beschäöftigungssektor einen Job erhalten will, muss laut
Vorgaben Analphabet, kriminell, psychisch krank, drogenabhängig... sein.
Eva Bulling-Schröter / Die Linke notierte, das Problem der
Grundsicherung "muss noch zu Ende diskutiert werden. Ich persönlich bin
der Meinung, diese Diskussion wird deutlich machen, dass sich der Bedarf
an Arbeit nicht nur nach dem Markt, sondern auch nach den
gesellschaftlichen Bedürfnissen richten muss." Diskussionszeit ist für die
Opfer der Hartz4Gesetze Lebenszeit.
Vasco Schultz / Die Linke: "Ich selbst stehe einem bedingungslosen
Grundeinkommen sehr offen gegenüber und habe schon in meiner Zeit als
Mitglied der Grünen beispielsweise auf der Grünen
Bundesdelegiertenkonferenz in Nürnberg für ein bedingungsloses
Grundeinkommen eingesetzt."
Swen Schulz/SPD sagte, er fände es nicht gerecht, wenn Menschen wie
Ackermann ein Bürgergeld erhalten würden, bot aber keine Alternativen zu
Hartz4. Jahre später bat er um Informationsmaterial über
Finanzierungsmodelle. Es wurde ihm zugeschickt. Unklar, ob er es zur
Kenntnis nahm. Er schrieb erneut: "Ich sehe nicht ein, dass jede und jeder
ein Grundeinkommen beziehen soll - unabhängig davon was er oder sie macht
oder wie viel Geld er oder sie bereits hat. Das ist im Übrigen auch
realistisch nicht machbar." Er antwortete nicht auf die Frage, wie Bürger
Hartz4Verhältnisse verlassen könnten, wenn es kein gesetzlich verankertes
Recht auf existenzsichernde Arbeit gibt.
Lothar Sommer / Einzelpolitiker "Ein
Grundeinkommen gibt darüber hinaus allen -- unabhängig von ihrer
Herkunft -- die Möglichkeit ein Studium aufzunehmen... Gelder und Mittel
sind genügend vorhanden, man muss nur etwas umverteilen."
Dr. Max Stadler / FDP vertritt das FDPModell, in dem weder ein Recht
auf Arbeit, noch ein Recht auf ein schikanefreies Grundeinkommen
verankert ist. Es nutzt nur den Arbeitgebern.
Horst-Peter Stein / FDP ist fürs FDP-Modell: "Es handelt sich hier um ein
bedingtes Grundeinkommen, das Bedürftigkeit voraussetzt und
Leistungsbereitschaft voraussetzt." Leistungsbereitschaft ist im
FDP-Modell gleichgesetzt mit der Bereitschaft sich im Interesse anderer
massiv ausbeuten zu lassen. Wer protestiert, muss hungern, obdachlos
werden.
Franziska Stier / Linke sieht im "Grundeinkommen eher eine Symptom- als
eine Ursachenbekämpfung. Die vorherrschende Armut entsteht schließlich
aufgrund der Besitzverteilung der Produktionsmittel. Entscheidend für eine
sozialere oder eine sozialistische Welt ist meiner Einschätzung nach nicht
das bedingungslose Grundeinkommen, sondern ein Umdenkprozess innerhalb der
Gesellschaft... Der Wert eines Menschen darf nicht mehr an dem was er
erwirtschaftet oder an dem was er konsumiert gemessen werden, sondern an
dem was er ist, nämlich Mensch."
Rolf Stöckel / SPD blockt ab: "Ein zum Leben ausreichendes,
bedarfsunabhängiges Grundeinkommen für alle mag am Ende einer globalen
Entwicklung des Kapitalismus, wenn dieser selbst die Produktivkräfte und
seine eigenen Widersprüche ausreichend entwickelt hat und seine nationalen
Grenzen und Unterschiede deshalb in toto sprengt, möglich sein." Er
spricht nicht über Alternativen. Die Menschen leben jetzt. Die SPD zwang
Millionen Bürger in Hartz4Verhältnisse.
Volker Stöckel / Bedingungsloses Grundeinkommen erwähnt in seinem
Engagement für ein Grundeinkommen a la Althaus oder Götz Werner:
"Gutachten des Hamburger Weltwirtschaftsinstitut und des
Jahresgutachtens des Sachverständigenrates 2007. Die beiden letzteren
kommen einheitlich zu dem Schluss, dass nach Einführung 1,2 Millionen
vollzeitäquivalente Arbeitsplätze von der Bevölkerung mehr angeboten
werden, d.h. dass im Prinzip 1,2 Millionen Deutsche mit dem Althaus-BGE
mehr arbeiten werden wollen als heute."
Silke Stokar/Grüne ist für den Ausbau einer Betreuungspolitik, "Ich bin
für eine bedarfsorientierte Grundsicherung mit flexiblen Möglichkeiten des
Zuverdienst und dem freiwilligen Zugang zu kommunaler Beschäftigung. Das
soziale Netz an Betreuung und Beratung möchte ich eher ausbauen und die
Vermittlung in Arbeit, Ausbildung und Weiterbildung verbessern", obwohl
die Arbeitsagentur das nachweislich nicht leisten konnte/kann.
Wolfgang Strengmann-Kuhn / Grüne: "Ich trete schon seit langem, seit
mindestens 25 Jahren, für ein Grundeinkommen ein, bin life-time member im
Basic Income Earth Network (BIEN) und habe das deutsche Netzwerk
Grundeinkommen mit aufgebaut. Langfristig bin ich für ein
existenzsicherndes Grundeinkommen für alle in der Höhe von 800 bis 1000
Euro (nach jetzigem Stand). Das ist auch eine Größenordnung, die
volkswirtschaftlich theoretisch machbar ist. Praktisch ist das aber nicht
so einfach. Deswegen trete ich als ersten Schritt dahin für ein so
genanntes partielles Grundeinkommen ein, mit dem nur der Regelsatz der
jetzigen Grundsicherung ersetzt wird, der zur Zeit 356 Euro beträgt. Für
ein solches partielles Grundeinkommen halte ich eine Höhe von 500 Euro für
angemessen, es sollte aber mindestens 420 Euro betragen. Zusätzliche
Leistungen, z.B. für die Kosten der Unterkunft würden weiter bestehen
bleiben. Was die praktische Umsetzung angeht, bin ich dafür, ein
Grundeinkommen in die bestehenden sozialen Sicherungssysteme und das
Steuersystem zu integrieren."
Hans Christian Ströbele/Grüne, findet den Grundgedanken faszinierend, "daß
es in einer vergleichsweise reichen Gesellschaft wie der unseren in
Deutschland möglich sein muß, allen Bürgerinnen und Bürgern ein
Grundeinkommen zu geben, das ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht,
auch wenn sie keiner bezahlten Erwerbsarbeit nachgehen." Er fügt an: "Da
die angesprochenen Fragen nicht zu den Fachgebieten gehören, mit denen ich
täglich beschäftigt bin, will ich mich erst noch weiter kundig machen." Er
ergänzt: "Es scheint so einfach, aber ist doch unendlich schwer zu machen,
weil viele Menschen und die Politiker keineswegs so guten Willens sind,...
So bleibt es wohl noch für sehr lange Zeit nur ein Traum, eine Utopie, daß
alle Menschen ausreichend Nahrung, Kleidung und Obdach haben werden.
Trotzdem bleibt es unverzichtbar notwendig, sich mit aller Kraft für die
Verwirklichung der Utopie einzusetzen."
Dr. Rainer Tabillion / SPD schreibt: "Das bedingungslose Grundeinkommen
ist für mich keine Bedingung des Volkeswohls. Ich denke, dass sich unser
System des primär durch Arbeit erzielten Einkommens in Verbindung mit
solidarischen Sozialsystemen und angemessenen Transferleistungen bei
Bedürftigkeit bewährt hat." Es gibt kein gesetzlich verankertes Recht auf
Arbeit, fair bezahlte Arbeit. Im herrschenden System arbeiten fünfzig
Prozent der Beschäftigten in prekären Verhältnissen, beständiger
Existenzangst. Ein Recht auf ein bedingungsloses Grundeinkommen würde
zumindestens das Existenzminimum schikanefrei absichern.
Martin Tangeten / Einzelbewerber ist für ein Grundeinkommen al la Willi Weise ("Das Bruttosozialprodukt beträgt z. Zt. ungefähr 2,4 Billionen € im Jahr. Davon fließen heute etwa 1/3, d.h. 800 Milliarden in den Sozialbereich. Teilen wir diese 800 Mrd. durch 80 Mio. Bürger, erhalten wir 10.000 € pro Jahr, sprich? 830 € pro Person und Monat. Dies entspricht in etwa dem Hartz IV-Satz für eine allein lebende Person. Außerdem stehen uns weitere Milliarden aus eingesparten Verwaltungs-Strukturen zur Verfügung. Ämter sind nicht ganz billig. Wenn wir BGE haben, entfallen die meisten Ämter und erst recht Formulare, Formulare. Von Finanzierungsproblemen bleibt nichts übrig.") Das Steuersystem soll a la
Götz-Werner-Modell vereinfacht werden: Keine Lohnsteuern, nur
Konsumsteuern.
Dr. Harald Terpe / Grüne sagt: "Arbeitslose wollen in erster Linie eine
Arbeit und keine bedingungslose Auszahlung staatlicher
Transferleistungen." Die Grüne Partei realisierte die Hartz4Gesetze aber
so, dass gemeinnützige Arbeit nicht als Arbeit anerkannt wird, Millionen
Bürger Hartz4Verhältnisse durch Arbeitsleistungen gar nicht verlassen -
können.
Jörg Thauss/ (fraktionslos) ist, obwohl er die Interessen der
Piratenpartei vertreten will, unsicher: "ich halte das Grundeinkommen für
eine interessante Idee und ich hatte auch immer wieder Gelegenheit, diese
z.B. mit Professor Werner, allerdings eher kontrovers, zu diskutieren.
Jedoch fehlt es mir an Kompetenz, die Frage der Finanzierbarkeit
abschliessend zu beantworten." Wer für Informations- und
Nutzungsfreiheiten ist, muss auch für ein
bedingungungsloses/schikanefreies Grundeinkommen sein. Es wirkt
menschenverachtend/zynisch, wenn Webseiten wegen weltweiten
Nutzungen/Vernetzungen mehr als 1 Million Zugriffe im Jahr haben, aber
Menschen, die Informationen für nicht kommerzielle Nutzungen zur Verfügung
stellen, im Hartz4System leben müssen.
Wolfgang Thierse/SPD sagte als Bundestagspräsident: "Es gibt doch
bereits eine Grundsicherung." Er nahm nicht wahr, wie sie realisiert wird.
Er ließ sich Informationsmaterial zuschicken, reagierte nicht.
Axel Troost / Linke ging nicht auf das Problem ein, dass es in einer
freiheitlich-demokratisch orientierten Grundordnung entweder ein
gesetzlich verankertes Recht auf fair bezahlte Arbeit oder ein
bedingungsloses Grundeinkommen geben müsste, er notierte: "DIE LINKE.
tritt für eine bedarfsorientierte soziale Grundsicherung ein. Um diese zu
erreichen, kann auch schrittweise von bestehenden Regelungen ausgegangen
werden." Das Hartz4System zwingt Menschen nicht nur in Armut, sondern
weitgehend ohne Bürgerrechte wie Datenschutz zu leben.
Knuth Uhland / FDP: "Ich bin gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Dieses aus folgendem Grund: Wie ich aus der Arbeitspsychologie weiß (habe
ich auch selbst erfahren) fühlt sich ein Mensch, der keine Würdigung
seiner Arbeit erfährt (in Form von Lohn, Gehalt, Lob und Anerkennung)
wertlos. Aus diesem Grund ziehe ich das liberale Bürgergeld als bedingtes
Grundeinkommen vor." Die FDP agiert aber 1. gegen existenzsichernde Löhne,
2. erkennt sich selbstbestimmte/ehrenamtliche Arbeit als Arbeit nicht an.
Jörg Vogelsänger/SPD gehört zu den Zynikern, in dem er notierte: "mit dem
Arbeitslosengeld II (SGB II) und der Grundsicherung im Alter (SGB XII)
haben wir bereits einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan."
Er lehnt ein Recht eines jeden Bürgers auf ein schikanefreies
Grundeinkommen ab, weil es auch Millionäre erhalten würden. Millionäre
könnten stärker besteuert werden.
Ute Vogt / SPD: "Grundsätzlich sollen alle Bürgerinnen & Bürger die
Möglichkeit auf ein menschenwürdiges Leben ohne Existenzängste haben. Die
Idee, dass jeder Bürger ein bedingungsloses Grundeinkommen bekommt, wäre
schön. Es gäbe keine Armut mehr und jeder hätte Zeit und Möglichkeit, sich
selbst zu verwirklichen. In der Realität sieht dies jedoch meiner Meinung
nach etwas anders aus. Arbeitslose werden so leicht als nutzlos
abgestempelt und mit finanziellen Mitteln ?abgespeist?. Grundsätzlich
denke ich jedoch, dass Sozialarbeiter/Innen und Mitarbeiter/Innen der
Arbeitsagenturen mehr individuellen Gestaltungsspielraum für die
individuellen Fälle haben sollten - denn staatliche zentrale Vorgaben sind
oft nicht die beste Lösung." Sogenannte Jobvermittler hätten weiterhin
Weisungsrechte.
Marlies Volkmer/SPD: "Ich halte das bedingungslose Grundeinkommen
nicht für wünschenswert und auch für ungeeignet, zu einer gerechteren
Gesellschaft zu gelangen." Ein Mindestlohn im Niedriglohnsektor schafft
aber keine soziale Gerechtigkeit für Freischaffende, hochqualifizierte
Mitarbeiter in Kleinbetrieben...
Sahra Wagenknecht/Linke kommentiert abwehrend: "Ein bedingungsloses
Grundeinkommen beseitigt eben nicht die inneren Widersprüche des
Kapitalismus als Wurzel gegenwärtiger Krisen", ohne darauf einzugehen,
dass ein Mindesteinkommen Hartz4Probleme nicht lösen kann.
Kai Wegner / CDU betont: "dass ich die Idee des Solidarischen
Bürgergeldes für einen sinnvollen Gegenentwurf zu dem derzeit
bestehenden Hartz IV-System halte. Es stellt einen fundamental neuen
Ansatz dar, soziale Sicherheit und wirtschaftliche Freiheit miteinander zu
verbinden. Es ist aber ebenso richtig, ein Reformkonzept dieser
Größenordnung nicht überstürzt der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Vielmehr müssen zuerst die bestehenden finanziellen als auch
rechtlich-institutionellen Fragen zufriedenstellend beantwortet werden.
Denn nur dann kann das Konzept des Solidarischen Bürgergeldes in der
notwendigen gesellschaftlichen Debatte bestehen und letztlich eine
Mehrheit im Deutschen Bundestag finden."
Gunter Weißgerber/SPD will Bürgern keine freiheitlichen
Entwicklungschancen mit Hilfe eines schikanefreien, bedingungslosen
Grundeinkommens zugestehen, "Im Mittelpunkt muss aber stets der/die
Einzelne stehen. Ich befürchte, ein bedingungsloses Grundeinkommen
kontakariert diesen Anspruch", er ergänzt: "Abgeordnete des Deutschen
Bundestages verfügen mitnichten über ein ′bedingungsloses Grundeinkommen′
im Falle Ihres Ausscheidens aus dem Parlament, sondern über eine
verfassungsrechtlich garantierte (vgl. Art. 48 Abs. 3 Grundgesetz) - voll
zu versteuernde - Altersentschädigung als Teil der Diäten, die ihre
Unabhängigkeit sichern soll." Er sagt ungehemmt: "Human ist was Arbeit
schafft!" obwohl die Nazis Sprüche über dem Eingang von
Konzentrationslagern angebracht hatten, auf denen "Arbeit macht frei" zu
lesen gewesen war.
Guido Westerwelle/FDP beantwortete die Frage nicht, ob im
Bürgergeldsystem Geringverdiener im Angestellten- und
Freischaffendenstatus weiterhin bedrängt würden, sich besser dotierte Jobs
zu suchen. Diese Regelung wirkt angesichts der Arbeitsmarktsituation wie
Mobbing.
Dieter Wiefelspütz/SPD benutzt die Formel, "Ich habe ein ausreichendes
Einkommen", um die Bitte, ein Recht auf ein schikanefreies Grundeinkommen
für alle durchzusetzen, abzuschmettern.
Wolfgang Wieland/Grüne zitiert Norbert Blüm und behauptet: "Das Bürgergeld ist die Dampfwalze, die den Sozialstaat plattmacht." Der
gegenwärtige Sozialstaat vertritt vorrangig die Interessen von
Mitarbeitern im Öffentlichen Dienst. Sie leben mit Tariflohn,
Kündigungsschutz, Karenztagen...
Susanne Wiest / Grundeinkommen: "Ich finde das bedingungslose
Grundeinkommen ist eine gute Idee für eine Umgestaltung unserer
Gesellschaft in Richtung Miteinander und Menschlichkeit.... Unser
Grundeinkommen muss wirklich existenzsichernd sein und die
gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen... Ein Grundeinkommen muss
unbedingt so hoch sein, dass ich es mir leisten kann, auf dem
Arbeitsmarkt auch nein zu sagen. Es muss so hoch sein, dass es ein
normales, aktives Leben in unsere Gesellschaft ermöglicht... Eine
Umstellung der Einkommensbesteuerung auf eine Konsumbesteuerung finde ich
auch wichtig. Dann zahlen alle in den Steuertopf ein...."
Sabine Wils/Die Linke. ordnet sich der herrschenden Parteidoktrin
unter, "Wichtig ist mir an dieser Stelle, darauf hinzuweisen, dass das
Grundeinkommen als Konzept offensichtlich geeignet ist, die Linke entlang
der Frage zu spalten, welchen Stellenwert wir der Erwerbsarbeit einräumen
wollen... Statt also eine prinzipielle Auseinandersetzung zu führen,
sollten konkrete Probleme gelöst werden, bei denen auch kein Dissens
besteht:... Millionen werden in den nächsten Jahren um ihre Arbeitsplätze,
ihre Löhne und ihre Arbeitsbedingungen kämpfen. Ich bin mit der
überwältigenden Mehrheit meiner Partei entschlossen, alle Kraft in die
solidarische Unterstützung dieser Kämpfe zu investieren und darüber hinaus
für eine Verteidigung und einen solidarischen Ausbau der Sozialstaats zu
streiten." Wer das Hartz4System erlebt hat, will eine grundlegende Reform.
Josef Philip Winkler/Grüne: "Ich halte ein bedingungsloses
Grundeinkommen für eine interessante und diskusssionswürdige Idee. Quasi
für ein Grundsatzprogramm geeignet. Für eine sofortige Einführung braucht
es aber auch noch eine Klärung der offenen Fragen -- die zum Beispiel bei
der Aufnahme in ein Wahlprogramm den WählerInnen konkret beantwortet
werden müssen." Diskussionszeit von Politikern ist für die Opfer der
Hartz4Gesetze Lebenszeit.
Dr. Claudia Winterstein/FDP findet die Idee eines bedingungslosen
Grundeinkommens "in der Theorie nicht uninteressant", vertritt aber das
FDP-Modell und betont: "Die Hinzuverdienstmöglichkeiten werden für die
niedrigen Einkommensbereiche gegenüber dem Arbeitslosengeld II
entsprechend angehoben."
Robert Zion / Grüne bekennt sich zum Satz: "Kern aller Freiheit ist auch
die, NEIN zu sagen." Hartz4 zwingt Bürger in die Rolle von
Menschenmaterial.Robert Zion kämpft für ein
bedingungsloses Grundeinkommen.
Manfred Helmut Zöllmer/SPD ist gegen ein bedingungsloses, schikanefreies
Grundeinkommen, "Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch über ein
gewisses Grundeinkommen verfügen muss. Dieses ist durch die Sätze des
Arbeitslosengeldes II (ALG II), besser als ′Hartz-IV′ bekannt,
beziehungsweise durch die Sätze der Sozialhilfe definiert." "Es gehört zur
Idee des vorsorgenden Sozialstaates, Menschen erst gar nicht in die
Situation kommen zu lassen, vom Existenzminimum leben zu müssen." Es gibt
aber kein gesetzlich verankertes Recht auf (fair bezahlte) Arbeit.
Monika Paulat, Präsidentin des Deutschen Sozialgerichtstages schrieb im
Gutachten zu einer Verfassungsbeschwerde Thema Hartz4Gesetze: "Unseres
Erachtens existiert ein solches subjektiv-öffentliches Recht auf rationale
Gesetzgebung nicht, welches die Gesetzgebung dazu zwingt, rational und
nachvollziehbar zu argumentieren." Ein Mitarbeiter des
Wirtschaftsministeriums rief am Abend vor seiner Pensionierung an und
sagte, dass er, obwohl er täglich Beschwerdepost erhalten habe, dreißig
Jahre gebraucht habe, ein Heizkostenabrechnungsgesetz modifizieren zu
lassen. "In dreißig Jahren sind wir tot", "Hitler war nach zwölf Jahren besiegt."
Ein Mitarbeiter der Abteilung Grundsatzfragen und Forschung der
SPD-Zentrale sagte, dass Angestellte im Öffentlichen Dienst gesetzlich
nicht entlassen werden dürfen, er fragte: "Wo sollen wir mit Ihnen hin?"
Als die Hartz4Gesetze realisiert wurden, wurden die Bürger nicht gefragt,
ob sie Veränderungen wollen; Arbeitsvermittler könnten Jobs, Mitarbeiter
von Rentenversicherungen freiwillige Zusatzversicherungen auf
Provisionsbasis vermitteln. Er sagte, dass jeder Bürger laut Grundgesetz
verpflichtet ist, Widerstand zu leisten, wenn er Unrecht wahrnimmt.
Politiker, die ihren Meinungen änderten, können Kontakt für
Textergänzungen suchen.
Gewerkschaftspositionen Position der CDU/CSU in der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales: Kommentare zum Bürgergeld auf der Webseite der Konrad Adenauer
Stiftung der CDU Kommentareauf der Webseite der Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD Kommentare auf der Webseite der Böllstiftung zur Position der Grünen
Partei Kommentare zum Grundeinkommen auf der Webseite der
Rosa-Luxemburg-Stiftung der Linken Kommentare auf der Webseite der Friedrich-Naumann-Stiftung der FDP