Hartz4 heißt Offener Strafvollzug ohne Gerichtsverhandlung, Verlust von
Bürgerrechten, Bestrafung von Familiengründungen im Niedriglohnbereich,
Leben in Angst vor Schikanen. Es zählt nichts, dass jemand im Interesse
der Gesellschaft arbeitet, es zählt nur, ob er Geld hat. Wer Geld hat,
muss nicht arbeiten. Er darf in Freiheit und mit Bürgerrechten leben. Der,
der im Sozialbereich Familien gründet, wird bestraft. Das statistische Durchschnittseinkommen in Deutschland beträgt 3068
Euro/Monat. Wenn zwei Bürger in einer Wohngemeinschaft leben, werden ihnen in
Berlin a 376 Euro für Miete und 351 Euro fürs Essen, Kleidung, Strom,
Medikamente... als soziokulturelles Existenzminimum zugesprochen, - sobald
sich die beiden verlieben, Kinder zeugen, haben sie nur noch Anspruch auf
a 222 Euro für Miete und 316 Euro für Essen, Kleidung Strom,
Medikamente... Auch Geringverdiener/Aufstocker erhalten im Monat 189 Euro
weniger als Alleinlebende. Raum und Geld bedeuten Entwicklungschancen. Für
Erwachsene und Kinder.Kinder wissen, dass Ermittler in Wohnungen von Kriminellen dringen. Sie
erleben, dass Fremde in die Wohnung dringen, um zu ermitteln, ob die
Mutter ein Verhältnis zu einem Mann hat.
Antwort auf eine Anfrage an die Ausschüsse des Bundestags, warum
Familiengründungen im Niedrieglohnbereich massiv bestraft werden: - "weil Poltiker das so
wollen." Gesetze regeln, wie Menschen in einer Gesellschaft miteinander
leben - müssen. Politiker haben die Möglichkeit, Gesetze zu erlassen, zu
verändern. Bürger, die wollen, dass gesetzliche Grundlagen, die ihr Leben weitgehend
reglementieren, sie in Opferrollen zwingen, verändert
werden, müssen wie Wirtschaftslobbyisten Kontakt zu Politikern suchen.
Eine Kontaktmöglichkeit bietet Abgeordnetenwatch. Problem ist: Die
Moderatoren sind nicht ausgebildet, sie zensieren auch Fragen, die dem
Moralkodex entsprechen. Wer über Abgeordnetenwatch Politikermeinungen zu
recherchieren versucht, gewinnt den Eindruck, Abgeordnetenwatch sei eine
Art Alibisystem, weil Sachverhalte nicht dargestellt werden
dürfen, die Fragestellungen an Politiker zum Thema Grundeinkommen
begründen.
Bisherige recherchierte Politikerpositionen zum Thema schikanefreies,
bedingungsloses Grundeinkommen:
Die angeführten Zitate entstammen Antworten auf Abgeordnetenwatch oder
persönliches Gesprächen.
Ilse Aigner/CSU ist nicht gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen,
aber: "Die Fünf Weisen rechnen vor, dass das Bürgergeld nur zu finanzieren
sei, falls der allgemeine Einkommensteuersatz auf 61 Prozent steige.
Dieser Steuersatz dürfte bei den Bürgern wohl kaum auf Zustimmung stoßen."
Dr. Lale Akgün/SPD hält ein Recht auf ein schikanefreies
Grundeinkommen für nicht so wichtig, "Meine Skepsis beruht darauf, dass
ich nicht möchte, dass die Frage ′pro oder contra Grundeinkommen′ zu einer
Glaubensfrage gemacht wird, über die wir die unmittelbar notwendigen
politischen Veränderungen vernachlässigen. Die solidarische Finanzierung
unseres Gesundheitswesens und der Altersversorgung, die Verbesserung der
Arbeitsbedingungen (Stichwort Mindestlöhne) und die Schaffung von mehr
Chancengleichheit in unserem Bildungssystem haben für mich daher zur Zeit
absolute Priorität." Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde aber die Kampfkraft für mehr
soziale Gerechtigkeit erhöhen.
Dieter Althaus/CDU ließ als Ministerpräsident Thüringens das Modell
einen bedingungslosen Grundeinkommens durchrechnen und stellte fest, das
jeder Bürger infolge eines Bürokratieabbaus 800 Euro erhalten könnte und
trotzdem Milliarden eingespart würden. 200 Euro gingen an die
Krankenkasse. 600 Euro sind weniger als das steuerrechtliche
soziokulturelle Existenzminimum. Es ermöglicht keine Bewerbungsarbeit,
kein selbstbestimmtes Arbeiten. Aber: Bürger, die im Hartz4system zu
sogenannten Bedarfsgemeinschaften erklärt werden, erhalten weniger als 600
Euro/Person/Monat für Essen, Miete, Medikamente.
Volker Beck/Grüne zählt auf, wie die sozialen Probleme in Deutschland
seiner Meinung nach gelöst werden könnten, "die Verbesserung von sowie
Investitionen in Bildung und Ausbildung, die ökologische Modernisierung
der Gesellschaft, die nur investitions- und arbeitsintensiv umgesetzt
werden kann, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf u.a. durch
eine flächendeckende Kinderbetreuung, die Einführung der
Bürgerversicherung, seriöse Finanzierungsvorschläge zur Behebung des
Mangels bei vielen öffentlichen Aufgaben z.B. des Personalnotstands im
Pflegebereich, die Innovations- und Mittelstandsförderung, die Diskussion
um flexiblere und auch kürzere und an die Lebenssituation angepasste
Arbeitszeiten, das Progressivmodell zur Sicherung des Lebensunterhaltes
für Geringverdiener, die Umverteilung der Kosten der sozialen Sicherung
weg von besonders kostensensiblen Bereichen insbesondere im Bereich
geringer Qualifikation, der konjunkturgerechte Einsatz der
makroökonomischen Instrumente der Geld und Fiskalpolitik, die Sicherung
der Steuereinnahmebasis um die in den letzten Jahren stark gesunkenen
Investitionen des öffentlichen Sektors wieder zu beleben", er übersieht,
dass es das Grundproblem nicht löst, dass die Bürger völlig abhängig davon
leben müssen, ob andere ihnen fair bezahlte Arbeitsmöglichkeiten abgeben.
Jeder Mensch hat nur ein Leben. Unbezahlte Arbeit gilt nicht als Arbeit.
Karin Binder/Linke mag sich nicht festlegen, "Zur Überwindung von Hartz IV
bedarf es einer Grundsicherung, die diesen Namen auch verdient, die Armut
verhindert und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und schlusst macht
mit Gängelung und Stigmatisierung. Als ersten Schritt in diese Richtung
fordert meine Fraktion DIE LINKE. die Erhöhung des Regelsatzes auf 435".
Sie übersieht, dass es für Millionen Bürger Lebenszeit ist, die sie im
Hartz4System wie im Offenen Strafvollzug ohne Gerichtsverhandlung und
Strafmaßende verbringen müssen. Grundlegende Veränderungen müssten sofort
durchgesetzt werden.
Volker Blumentritt/SPD unterstellt: "Aus meiner Sicht entzöge ein
bedingungsloses Grundeinkommen den Menschen die Motivation und Grundlage
für ihr persönliches und berufliches Fortkommen." Er wirkt sozialpoltisch
ungebildet, denn auch jetzt müsste ein jeder Bürger nur soviel Stunden
arbeiten, bis sein Existenzminimum abgesichert ist, er arbeitet hingegen
oft zusätzlich ehrenamtlich/ unbezahlt.
Klaus Brandner/SPD: "Verfassungsrechtlich verbürgt ist Ihr Anspruch auf
die Gewährleistung eines soziokulturellen Existenzminimums. Dieses wird
über das Arbeitslosengeld II, wie auch die ständige höchstrichterliche
Rechtsprechung bestätigt, gewährleistet. Das Verlangen nach dem
vorrangigen Einsatz eigener Kräfte ist bei einer -- wie ich meine --
fairen Ausgestaltung der Rechte und Pflichten mit dem Sozialstaatsprinzip
vereinbar." Er nimmt nicht wahr, dass die "Rechte und Pflichten" im
Hartz4System infolge von Durchführungsbestimmungen nicht "fair"
ausgestaltet sind. Er notierte: "Mein Ziel ist es hingegen, das Jede und
Jeder mit Erwerbsarbeit ein Einkommen erzielen kann, mit dem man leben
kann. Ich setze mich daher für einen gesetzlichen Mindestlohn ein." Er
beantwortete die Frage nicht, wie ein Recht auf existenzsichernde Arbeit
gesetzlich verankert werden könnte, so dass kein Bürger in
Hartz4Verhältnissen leben muss, der anders leben will. Ein gesetzlicher
Mindestlohn von 7,50 Euro nutzt weder Hochqualifizierten, noch Freischaffenden, noch Familien.
Dr. Ralf Brauksiepe/CDU/CSU kritisierte als Vorsitzender des
Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales die Idee eines
bedingungslosen/schikanefreien Grundeinkommens mit den Worten: "...die
Frage stellen, ob man den Bürgern nach zahlreichen Gesetzesänderungen im
Sozialbereich in den letzten Jahren, die in die richtige Richtung weisen,
nun einen kompletten Bruch im System zumuten kann... Erwerbsarbeit würde
unter Umständen nicht mehr als existenzsichernde Beschäftigung
wahrgenommen, sondern als Selbstverwirklichung."
Gitta Connemann/CDU sagte als Vorsitzende der Enquettekommission für
Kultur, dass sie sich mit der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens
nicht beschäftigt habe, weil es nicht finanzierbar sei. Sie kannte die
Finanzierungsmodelle von Dieter Althaus und anderen nicht. Sie reagierte
nicht, als sie ihr zugeschickt wurden.
Siegmund Ehrmann/SPD schreibt: "Das bedingungslose Grundeinkommen, so die
Idee, soll alle sozial- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ersetzten.
Das halte ich für nicht überzeugend, weil die Instrumente der
Arbeitsmarktpolitik wegfallen würden und der Staat damit aus der
Verantwortung entlassen wird, Bürgern bei der Arbeitssuche zu
unterstützen." Das Recht auf ein bedingungsloses Grundeinkommen schließt
ein gesetzlich verankertes Recht auf Ausbildung nicht aus. Das
Grundeinkommen würde Ausbildungsvergütung und Bafög unbürokratisch
ersetzen. Jobcenter können provisionsorientiert arbeiten. Der Staat kann
gemeinnützige Arbeit finanziell unterstützen. Die Bürgerrechte gelten für
alle Bürger, aber sie werden im Hartz4System mit der Androhung des
Entzugs des Existenzminimums eingeschränkt.
Dr. Dagmar Enkelman/Linke notierte zum Thema bedingungsloses
Grundeinkommen: "diese Idee halte ich für visionär und in einer längeren
Perspektive auch für realisierungswürdig. Zugleich weiß ich, dass es
gegenwärtig wie in absehbarer Zeit dafür keine politisch-parlamentarischen
Mehrheiten gibt... Mit der derzeit vorgeschlagenen bedarfsorientierten
Mindestsicherung der Fraktion DIE LINKE ist eine realistische, umsetzbare
Alternative geschaffen worden." Sie übersieht, dass auch Politiker als
Interessenvertreter Maximalforderungen stellen müssen, um im kleinsten
gemeinsamen Nenner aller Minimalveränderungen durchsetzen zu können.
Britta Ernst/SPD behauptet, dass Bürger schlechter gestellt würden, wenn
sie ein Recht auf bedingungsloses/schikanefreies Grundeinkommen hätten,
sie scheut sich nicht, Falschaussagen zu machen: "Rechnet man die Idee des
′Bedingungslosen Grundeinkommens′ einmal durch oder schaut sich Konzepte
an, die dies vorschlagen, so wird sehr klar, dass hier nur Beträge
ausgezahlt werden könnten, die weit unter dem heute geltenden
Existenzminimum liegen und weder im Krankheitsfall noch im Falle der
Arbeitslosigkeit oder im Alter vor Armut schützen können."
Klaus Ernst/Linke ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, aber für
eine "deutliche Anhebung der Leistungen, einen Verzicht auf jede Strafe
und Sanktion."
Karin Evers-Meyer/SPD: "Aus meiner Sicht spielt Arbeit im Leben des
Menschen eine wichtige Rolle. Ein Ziel sozialdemokratischer Politik ist es
daher, Vollbeschäftigung zu erreichen. Das bedingungslose Grundeinkommen
verringert jedoch den Anreiz, aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen. Dies
hätte unter anderem zur Folge, dass einige Gruppen, beispielsweise
Geringqualifizierte, zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt
werden." Sie unterstellt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen
Geringqualifizierte stärker an den Rand der Gesellschaft drängen würde
als das Hartz4System, in dem sie von einem sozialdemokratischen Minister mit
"Parasiten" in Verbindung gebracht wurden. Was heißt
Vollbeschäftigung?
Ulrike Flach/FDP befürwortet, dass Menschen, die nicht im
internationalen Konkurrenzkampf von Kaptialeignern benutzt werden, in
Hartz4 leben müssen: "Unsere Chance in der Weltwirtschaft besteht darin,
modernste Technologien schnell zu entwickeln und an den Markt zu bringen,
die andere Nationen noch nicht herstellen können. Diesen Kompetenzvorteil
werden wir nur mit erstklassiger Bildung und Ausbildung halten können.
Hierfür Geld zu investieren halte ich für viel sinnvoller als ein
bedingungsloses Grundeinkommen zu subventionieren." Das Hartz4system
zerstört langfristig über psychosomatische Prozesse (Mobbing)
Arbeitsfähigkeiten. "Für uns gilt nach wie vor, dass jemand, der arbeitet,
mehr haben soll als jemand, der nicht arbeitet", sagt sie und behauptet:
"Das bedingungslose Grundeinkommen steht diesem Grundsatz entgegen." Das
entspricht nicht der Wahrheit: Wer fürs Arbeiten Arbeitslohn erhalten
kann, hat zusätzlich zum bedingungslosen Grundeinkommen mehr Geld zur
Verfügung. Wie im Bürgergeldsystem der FDP. Nur freiheitlicher orientiert.
Erich Georg Fritz/CDU sympathisiert mit dem Althausmodell und fügt
hinzu: "Beschäftigte sollen allerdings erst Steuern bei einem monatlichen
Einkommen von mehr als 1 600 Euro zahlen. Wer weniger verdient, soll über
das Bürgergeld Zahlungen vom Staat erhalten."
Martin Gerster/SPD behauptet "bei Althaus ′Bürgergeld′ liegt der
angestrebte Satz übrigen unter den bei ′Hartz IV gängigen 700",
Erwachsene, die in einer soganannten Bedarfsgemeinschaft leben, erhalten
aber nur 534 Euro/Monat als Grundsicherung inklusive Miete.
Günter Gloser/SPD lehnt ein Recht auf bedingungsloses Grundeinkommen ab,
"da es das sozialdemokratische Prinzip der aktivierenden Teilhabe
unterläuft." Er übersieht, das das sogenannte "aktivierende
Teilhabesystem" Hartz4 eine Propagandalüge ist. Die Hartz4Gesetze wirken
wie ein tagtägliches Mobbing. Es macht Menschen krank, arbeitsunfähig.
Josef Göppel/CSU will die Geringverdiener vor der Einführung eines
bedingungslosen Grundeinkommens schützen und behauptet: "Ich könnte nicht
akzeptieren, dass Geringverdiener mit ihrem Beitrag anderen eine
Selbstfindungsphase finanzieren. Das wäre weder christlich noch sozial."
Er übersieht, dass einer, der für Geld arbeitet, mit einem Grundeinkommen
wesentlich mehr Geld hätte, als einer der nur eine Art Grundeinkommen
erhält.
Gregor Gysi/Linke ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, "weil ich
nicht möchte, dass die Töchter und Söhne der reichen Leute solch ein
Grundeinkommen kassieren." Steuern können regulierend wirken. Er fordert,
dass im Falle eines Rechts auf ein bedingungsloes Grundeinkommen,
"diejenigen, die sich jeglicher Solidarleistung verweigern, einen Abzug
erhalten sollen." Wer entscheidet, welche Arbeitsleistung als
Solidarleistung gilt, welche nicht?
Hubertus Heil/SPD behauptet: "Das bedingungslose Grundeinkommen ist
Ausdruck eines gestörten Verhältnisses zum Leistungsfaktor Arbeit und
entspricht daher nicht den Grundprinzipien sozialdemokratischer Politik."
Im Hartz4System wird Arbeit nur als Arbeit anerkannt, wenn der, der
Arbeitsleistungen in Anspruch nimmt, sie bezahlen will oder bezahlen kann.
Unbezahlte Arbeit gilt nicht als Arbeit.
Petra Hess / SPD behauptet: "Eine Arbeit ohne den Anreiz, dass es dem
Arbeitnehmer durch sie besser geht, ist nicht denkbar. Die staatlich
gelenkte Planwirtschaft der DDR hat gezeigt, dass Arbeit ohne Konkurrenz
und ohne Anreiz nicht funktioniert." Das Durchschnittseinkommen in
Deutschland beträgt 3068 Euro/Monat. Ein Lohnabstandsgebot ist im Fall
eines schikanefreien Grundeinkommens auch bei geringen Löhnen garantiert.
Ein Bürger, der einen Bruttolohn von 1500 Euro erhält, hätte im
Althausmodell 1350 Euro netto zur Verfügung. "Wie bereits in der
vorangegangenen Antwort erwähnt, ist es nicht auszuschließen, dass in
Einzelfällen ein BGE Positives bewirken könnte, in der überwiegenden Zahl
der Fälle ist nicht damit zu rechnen. Auch die sinnvolle Verwendung von
Geld setzt ein Mindestmaß an Bildung, Ehrgeiz und Eigenverantwortung
voraus." Petra Hess beleidigt als Bundestagsabgeordnete Millionen Bürger.
Sie ist von Beruf Kindergärtnerin. Sie weiß nicht: Wenn es keine Jobs
gibt, nutzt es nichts, gebildet, ehrgeizig zu sein und eigenverantwortlich
handeln zu wollen. Eine Jobchance ist laut Spielfilmen: Mord.
Klaus Peter Hesse/CDU bleibt Sachäußerungen zum Thema schuldig, "Als
Fachsprecher für Verkehr musste ich in dieser Angelegenheit erst einmal
recherchieren, um Ihnen befriedigend antworten zu können... Grundsätzlich
bin ich aber eher skeptisch, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen
zeitgemäß und Ziel führend ist.".
Peter Hintze/CDU hält ein "Grundeinkommen in Form einer staatlichen
Leistung ohne Bedürftigkeitsprüfung für problematisch, da es dem
Grundsatz der Leistungsgerechtigkeit widerspricht und keinen Anreiz zur
Aufnahme von Arbeit, insbesondere im Rahmen eines sozial geschützten
Beschäftigungsverhältnisses, schafft." Anreiz für Fremdarbeit ist der
Arbeitslohn. Es herrscht keine Leistungsgerechtigkeit, wenn unter dem
Druck der Hartz4Gesetze eine Vielzahl gesellschaftlich relevanter Arbeit
nicht oder fast nicht bezahlt wird.
Nele Hirsch/Linke will ein "Recht auf eine sinnstiftende und
selbstbestimmte Tätigkeit in dieser Gesellschaft", aber sie ist gegen die
Chancen eines bedingungslosen Grundeinkommen, das ein demütigungsfreies
ehrenamtliches Arbeiten ermöglichen könnte, "Hier würde eine
erwerbseinkommens- und vermögensunabhängige Anspruchsberechtigung auf eine
Transferleistung eingeführt." Steuern könnten regulierend wirken.
Ulrike Höfken-Deipenbrock/Grüne warnt: "Die Gefahr eines
′bedingungslosen Grundeinkommen′ liegt darin, dass damit weit weg von
Realitäten, ungewollt neoliberale Ideen geadelt werden, die mit einer
sozialen Gerechtigkeit nicht in Einklang zu bringen sind. Alle Modelle,
auch die Sockelmodelle, können den Bedürftigen Unterstützung entziehen und
riesige Finanzmengen von unten nach oben verlagern." Jeder Politiker kann
das mit Hilfe von flankierenden Gesetzen verhindern.
Johannes Jung/SPD ist gegen ein bedingungsloses/schikanefreies Grundeinkommen. "Eine
grundsätzliche Gewährung von Transferleistungen ohne Gegenleistung wäre
ein fundamentaler Systemwandel und würde grundlegende Verhaltensänderungen
auslösen." Er übersieht, dass die Gesellschaft für eine Vielzahl
Arbeitsleistungen von Bürgern keine Gegenleistung erbringt. "Unter dem
Gesichtspunkt der vielfach und zu recht geforderten Bildungsreformen ist
durch die faktische Entwertung von Erwerbstätigkeit, die mit solchen
Vorstellungen einhergeht, mit deutlich verminderten Bildungsanstrengungen
zu rechnen. Wie sich das hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Bedeutung
des ′Humankapitals′ auf das Wirtschaftswachstum - und ohne ein solches
geht nicht viel - auswirken dürfte, liegt auf der Hand. Unter dem Strich
bedeuten Bürgergeldansätze große Unsicherheiten, resultierend aus
fiskalischen Risiken und Verhaltensänderungen, die bedingt durch negative
Anreize zu erwarten sind." Er unterstellt, dass ein Recht eines jeden
Bürgers auf ein schikanefreies Grundeinkommen ein negativer Anreiz ist,
sich in der Gesellschaft zu engagieren. Das Hartz4System bewirkt wegen
gesetzlich verankerten Ungerechtigkeiten Protest- und
Verweigerungshaltungen der Bürger.
Johannes Kahrs/SPD ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, "Ein
wirklich sozialer Staat investiert dagegen in seine Menschen, indem er auf
ihre individuellen Bedürfnisse eingeht und seine Sozialleistungen
entsprechend genau zuschneidet." Das Hartz4System sieht keine individuellen Problemlösungen vor. Er
behauptet: "Zielführender ist in diesem Zusammenhang tatsächlich die von
der SPD initiierte Diskussion um einen gesetzlichen Mindestlohn." Ein
Mindestlohn von 7,50 Euro garantiert Bürgern kein Recht auf
existenzsichernde Arbeit, er bietet keine Grundsicherung für Familien.
Martina Kaesbach/FDP erkennt selbstbestimmte Arbeit nicht als Arbeit an und fordert, dass die "Bereitschaft seitens des Empfängers zu erwarten
ist, eine angebotene Arbeit anzunehmen. Das Bürgergeld würde im
Negativfall verkürzt werden."
Michael Kauch/FDP vertritt die Bürgergeldvision seiner Partei, er ist
gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, aber nicht für ein gesetzlich
verankertes Recht auf bezahlte Arbeit, so dass jeder Bürger den
Sozialhilfestatus verlassen - könnte.
Hakki Keskin/Linke "Gut- und Bestverdienende brauchen das
bedingungslose Grundeinkommen schlichtweg nicht und Niedrigverdienern und
Erwerbslosen ist mir einer repressionsfreien, sozial gerechten
Grundsicherung mindestens genauso gut geholfen." Er übersieht, dass eine
Bedürftigkeitsprüfung nicht repressionsfrei erfolgen kann, u.a. das Recht
auf Datenschutz verletzt. Er ergänzt: "Dies ist zumindest meine Ansicht,
ich werde die Debatte aber weiter intensiv verfolgen."
Katja Kipping/Linke kämpft für ein bedingungsloses Grundeinkommen und
zusätzliche Förderung von Arbeitssuchenden. Sie sagte, sie fühle sich mit
ihrer Position in der Partei weitgehend allein. Sie ergänzt: "Gute Ideen müssen von der großen Mehrheit als richtig
empfunden werden, dann ziehen Parteien ganz schnell mit. Es kommt also
auch auf Ihr Engagement an."
Julia Klöckner/CDU recherchierte nicht, wie Zahlen zustande kommen,
bevor sie behauptete, "Im Juni gab es beispielsweise 712 000 Arbeitslose
weniger als noch vor einem Jahr. Bis April stieg die Zahl der
Arbeitsplätze um knapp 600 000... davon sind rund die Hälfte Vollzeitjobs.
Die Stellenangebote liegen mit 968 000 nur noch knapp unter der
Millionengrenze." Ein Großteil der sogenannten Stellenangebote führen zu
Jobvermittlern, die Datenbanken aufbauen. Geringverdiener gelten nicht als
arbeitslos, aber sie müssen nicht nur in Armut, sondern weitgehend ohne
Bürgerrechte und in beständiger Angst vor Schikanen leben.
Dr. Heinrich L. Kolb FDP betont in der Erläuterung des FDP-Modells:
"Besteht die Möglichkeit einer Vollzeitbeschäftigung, so ist diese auch
wahrzunehmen... Die Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit entbindet
jedoch nicht von der Verpflichtung, sich Arbeit zu suchen."
Jürgen Koppelin/FDP: "Dieses sog. ′Quorum′ ist bei der Petition zum
bedingungslosen Grundeinkommen (wohl über 53.000 Zeichnungen) erfüllt
worden. Sie ist nun im normalen Petitionsverfahren, wo darüber entschieden
wird, ob hier ein sog. ′Regelfall′ vorliegt und daher eine öffentliche
Beratung stattfinden wird. Eine Entscheidung darüber hat noch nicht
stattgefunden...Die FDP steht dem Vorhaben sehr kritisch gegenüber." Das
Bürgergeldmodell der FDP ist nicht freiheitlich orientiert. Arbeit wird
als Arbeit nur anerkannt, wenn sie bezahlt wird.
Sylvia Kotting-Uhls/Grüne will das bedingungslose Grundeinkommen mit
Umweltschutz koppeln und finanzieren, "Als Teilfinanzierung oder Einstieg
in ein bedingungsloses Grundeinkommen kann es dann betrachtet werden, wenn
wir das Aufkommen für den Ökobonus aus bereits bestehenden Steuern oder
Abgaben finanzieren. Vorstellbar ist allerdings auch das Aufkommen neu aus
Umweltverbrauch zu generieren und dann selbstverständlich ohne Umwege
direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurück zu verteilen. Diese Variante
hätte eventuell deutlichere Lenkungseffekte, weil sie sehr transparent
wäre und dem Einzelnen den Umweltverbrauch des eigenen Lebensstils
verdeutlichte ohne ihm Vorschriften zu machen. Jede Person hätte es in der
Hand durch Umsteuern im Lebensstil vom Ökobonus richtig zu profitieren.
Wer durchschnittlich Energie und Ressourcen verbraucht, für den ist das
Ganze ein Nullsummenspiel. Wer überdurchschnittlich verbraucht, bezahlt
auch überdurchschnittlich und wer schonend mit Energie und Ressourcen
umgeht, profitiert."
Dr. Martina Krogmann/CDU unterstellt, dass ein bedingungsloses
Grundeinkommen den sozialen Frieden stören würde: "Man darf nie
vergessen, dass staatliche Leistungen keine Wohltaten einer anonymen
Organisation sind, sondern Gelder, die von anderen Menschen durch ihre
Arbeit erwirtschaftet worden sind." Sie beachtet nicht, dass vom Recht auf
ein schikanefreies Grundeinkommen auch die profitieren, die bezahlt
arbeiten. Sie fürchtet, dass "Arbeit dann unter Umständen weniger als
existenzsichernde Beschäftigung wahrgenommen wird, denn als
Selbstverwirklichung", sie behauptet damit indirekt, Ziel des
gegenwärtigen Arbeitssystems sei es, einer Selbstverwirklichung, in der
individuelle Fähigkeiten in die Gesellschaft eingebracht werden,
entgegenzuwirken.
Angelika Krüger-Leißner/SPD: "Grundeinkommen ist ein Thema, dass wir
Sozialdemokraten kaum thematisieren. Das hängt damit zusammen, dass der
Grundgedanke der Sozialdemokratie darauf beruht, dass starke Schultern
mehr tragen als Schwache. Ein Grundeinkommen bedeutet aber, dass alle
Bürger - auch Vermögende - einen Anspruch auf das bedingungslose
Grundeinkommen haben, womit die Kernprinzipien des Sozialstaats
ausgehebelt werden... Daher bin ich überzeugt, dass ein Grundeinkommen
kein Heilsversprechen ist." Das Hartz4System und eine
freiheitlich-demokratische Grundordnung sind aber unvereinbar, so lange es
kein gesetzlich verankertes Recht auf Arbeit, kein Recht auf fair bezahlte
Arbeit gibt.
Ute Kumpf /SPD notierte: "Neben den Vorteilen einer
Bürgergeldregelung: Das System ist übersichtlich, für jedermann einfach zu
verstehen und transparent zu verwalten; es ist leicht zugänglich, wenig
stigmatisierend und verhindert verschämte Armut, sehe ich aber die große
Gefahr der Spaltung unserer Gesellschaft. Und zwar in sozialer,
kultureller, wie geschlechtlicher Hinsicht. Das ist mein zentrales
Gegenargument." Die möglichen Folgeprobleme, die sie aufzählte, könnten
trotz schikanefreier Grundsicherung politisch gelöst werden: Wer arbeitet,
würde wesentlich mehr Geld als den Grundsicherunsgbetrag erhalten,
Kindergartenplätze sollten für alle Kinder gestellt werden, ehrenamtliche
Arbeit könnte wie Erwerbsarbeit gesellschaftlich respektiert werden...
Oskar Lafontaine/Linke ließ Thomas Lutze antworten, "Ein Grundeinkommen
bei erwerbsfähigen Menschen aber ′bedingungslos′ zu gestalten ist keine
Position, die Oskar Lafontaine vertritt." Wer diktiert die Bedingungen?
Jobvermittler und Jobsuchende können sich nur gleichberechtigt begegnen,
wenn der Jobsuchende nicht in existentiellen Nöten leben muss.
Monika Lazar/Grüne: "Ein bedingungsloses individuelles Grundeinkommen mit
einfachen Zuverdienstmöglichkeiten ist transparent, klar und ermöglicht
dadurch Teilhabe, Sicherheit und Eigeninitiative. Im Übrigen können die
eingesparten Ressourcen in der Sozialbürokratie der direkten und
individuellen Arbeitsmarktförderung zu Gute kommen....Natürlich ist es
schwierig einen solchen kompletten Wandel im langjährigen deutschen
Sozialstaatssystem umzusetzen. Deswegen befürworte ich sehr die Ansätze,
die zunächst für bestimmte Gruppen unserer Gesellschaft ein Grundeinkommen
einführen... Kinder... Rentner."
Paul Lehrieder / CSU : "Das Althaus-Modell würde dem Staat jährlich
Kosten in Höhe von 583 Milliarden Euro verursachen. Das heutige System
kostet den Staat durch die Zahlung von Arbeitslosengeld, Sozialhilfe,
Rente, Kindergeld und ähnliche Sozialleistungen dagegen 735 Milliarden
Euro pro Jahr. Damit wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen nach Althaus
günstiger als das heutige System. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat das
Konzept von Dieter Althaus nachgeprüft und kommt zur Feststellung, dass es
finanzierbar wäre." Da bleiben 197 Milliarden für Freiräume, Ausbildungs-
und Jobförderung. . Er kritisiert aber: "Das Althaus-Modell geht davon
aus, dass alle Menschen gerne und freiwillig arbeiten, auch wenn sie ein
Grundeinkommen erhalten." Er behauptet: "Auch der Verzicht auf eine
Bedürftigkeitsprüfung kann nicht durchgesetzt werden. Die Mittel werden
von der Solidargemeinschaft aufgebracht. Einerseits gilt es, Missbrauch zu
verhindern, andererseits aber auch das Vertrauen in die Notwendigkeit der
bewilligten Mittel in der Bevölkerung sicherzustellen." Er bedenkt nicht,
dass von einem bedingungslosen Grundeinkommen auch die profitieren, die
bezahlte Arbeit haben. Auch Arbeitgeber. Und dass, so lange auch die
keinen Job finden - können, die einen wollen, Zweifel am Arbeitswillen von
Bürgern menschenverachten und zynisch wirken.
Harald Leibrecht/FDP ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen,
"Deutschland braucht einen funktionsfähigen Niedriglohnsektor... Ich
hoffe, Ihnen damit die Position der FDP-Fraktion näher gebracht zu haben."
Markus Löning/FDP erläutert die Bürgergeldidee der FDP, sie ist
bürokratischer als die Vision eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Dr. Michael Luther/CDU schrieb "Das Althaus-Modell würde Berechnungen
zufolge dem Staat jährlich Kosten in Höhe von 583 Milliarden Euro
verursachen. Das heutige System kostet den Staat durch die Zahlung von
Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Rente, Kindergeld und ähnliche
Sozialleistungen dagegen 735 Milliarden Euro pro Jahr. Damit wäre ein
bedingungsloses Grundeinkommen nach Althaus günstiger als das heutige
System. Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hat das Konzept von Althaus
nachgeprüft und kommt zur Feststellung, dass das Konzept finanzierbar
wäre." Dr.Michael Luther will aber den Humankapitalstatus der Bürger nicht
riskieren: "Die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau stabil." Er
übersieht: Ein Grundgehalt würde die Verhandlungspositionen aller
Beteiligten im Wirtschaftsprozess verbessern.
Hans-Peter Mayer/CDU vertrat keine eigene Meinung zum Thema
Grundeinkommen, "die Diskussion über die Idee des Grundeinkommens und
dessen zahlreiche Ansätze ist mir bekannt. Das Europäische Parlament hat
aus Gründen der Subsidiarität keine Kompetenz, ein Grundeinkommen
einzuführen. Dies können nur die einzelnen Mitgliedstaaten entscheiden."
Er fügte hinzu: "Zu Themen, die ich weder beeinflussen noch entscheiden
kann, gebe ich keine Stellungnahme ab." Das Europaparlament könnte aber
Rahmenbedingungen für ein schikanefries, bedingungsloses Grundeinkommen
schaffen.
Ulrike Merten/SPD behauptet in der Diskussion des Althausmodells, dass
200 Euro pro Person und Monat für die Krankenkassen nicht ausreichen sind und "Hinzuverdienstmöglichkeiten gibt es erst jenseits der 800 Euro." Das entspricht nicht der Wahrheit. Jedem Bürger blieben vom Lohn zusätzlich 50
%. Das heißt, wer heute bei einem Bruttoeinkommen von 1500 Euro ca. 1070
Euro erhält, würde 1350 Euro erhalten. Der Krankenkassenbetrag würde auch für Kinder
abgeführt.
Jerzy Montag/Grüne hält ein Recht auf ein bedingungsloses
Grundeinkommen für eine Alimentierung, kein Grundrecht, dass in einer
Gesellschaft, in der niemand Hütten bauen und jagen darf, eine
freiheitlich-demokratische Grundordnung erst ermöglichen würde, sie
behauptet: "Dauerhafte Alimentierung widerspricht diesem Ziel."
Jan Mücke/FDP vertritt das FDPModell, das auf eine Ausweitung des
Nieriglohnbereiches orientiert, nicht auf eine
freiheitlich-demokratische Grundordnung, die darauf orientieren würde,
dass jeder Bürger Mitbestimmungsrechte bei der Bestimmung von
Arbeitsinhalten hat.
Detlef Müller/SPD nennt "...ein Grundeinkommen unsozial und nicht
finanzierbar. " Bürokratie wird finanziert. Es ist unsozial, wenn Bürger,
die im Öffentlichen Dienst arbeiten, im Gegensatz zur Mehrheit der
anderen Bürger mit Karenztagen, Kündigungsschutz und von Steuerzahlern finanziertem, fair
dotiertem Lohn leben dürfen.
Andrea Nahles/SPD geht auf Probleme von Millionen Bürgern nicht ein,
"Ich habe zum ′bedingungsloses Grundeinkommen′ eine eindeutige Meinung.
Ich lehne es ab."
Dirk Niebel/FDP: "Das Bürgergeld muss individuell ausgestaltet werden,
je nach Lebenssituation. Es ist nicht für Millionäre oder für jemanden,
der nicht bereit ist zu arbeiten", er befürwortet letztendlich ein
bürokratisches System. Er äußerte sich gegen ein gesetzlich verankertes
Recht auf Arbeit, ein Recht auf existenzsichernde Arbeit, so dass
letzendlich der Kapitalmarkt entscheidet, welcher Bürger in
Hartz4Verhältnissen leben muss und wer nicht, nicht der Bürger.
Petra Pau
/ Linke spricht von einer "aktiven Strömung innerhalb der
Linkspartei für ein bedingungsloses Grundeinkommen." Und fügt hinzu: "Ich
neige aus bürgerrechtlichen Gründen ebenfalls dazu und ich wähne dabei
sogar Karl Marx auf meiner Seite."
Johannes Andreas Pflug/SPD will Bürger in Abhängigkeitsstrukturen
halten, "Nur der vorsorgende Sozialstaat, der Familien-, Bildungs-,
Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik intelligent miteinander vernetzt,
kann im 21. Jahrhundert soziale Gerechtigkeit herstellen", er scheut sich
nicht, Falschaussagen, d.h. Wunschvorstellungen als Realität, zu
veröffentlichen: "Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wird versucht,
Kernprinzipien des Sozialstaates auszuhebeln. Während bisher
Sozialleistungen überwiegend zielgenau auf die tatsächlich Bedürftigen
zugeschnitten wurden."
Bodo Ramelow/Linke: "ich finde es gut, wenn die Idee eines Bürgergeldes/
Grundeinkommens diskutiert wird, allerdings gibt es unterschiedliche
Auslegungen, die zu differenzieren sind. Der thüringische
Ministerpräsident Dieter Althaus beispielsweise vertritt ein Konzept, das
die Kluft zwischen arm und reich wohl eher noch wachsen lässt, als sie zu
verringern. Persönlich plädiere ich für ein Grundeinkommen in Verbindung
mit einer Bürgerversicherung."
Dr. Peter Ramsauer/CSU kennt die Vorteile eines bedingungslosen
Grundeinkommen, "Es gibt ernst zu nehmende Ökonomen, die daran glauben,
dass der Mensch mit einem Grundeinkommen mehr wagt, weil er auf festen
Grund bauen kann. Dafür spricht sicherlich auch, dass der
Verwaltungsapparat, der heute das Sozialsystem unterhält, weitgehend
überflüssig würde. Gesellschaftliche Konflikte würden vermieden. Die
Lohnnebenkosten fielen weg." Er fragt aber: "Welche Steuern sollten dafür
erhöht werden?" Es gibt ausreichend Finanzierungsmodelle. Er schreibt:
"Menschenwürde verlangt nach der christlichen Soziallehre jedoch ein Recht
auf Teilhabe am wirtschaftlichen Prozess durch Arbeit." Er übersieht, dass
ein Großteil gesellschaftlicher Arbeit in der Gesellschaft nicht als
Arbeit anerkannt wird.
Elke Reinke/Linke befürwortet ein bedingungsloses/schikanefreies
Grundeinkommen: "Das BGE ist existenzsichernd, ermöglicht
gesellschaftliche Teilhabe und ein Leben in Würde (ohne
Bedürftigkeitsprüfung, ohne Arbeitszwang, ohne "Sozialschnüffler" etc.).
Es ist durch andere Einkommen (auf Mindestlohnbasis!) ergänzbar und wird
durch Arbeitszeitverkürzung flankiert. !"
Sönke Rix/SPD ist gegen ein schikanefreies Grundeinkommen, er verhöhnt
Millionen Bürger, in dem er behauptet: "Arbeitslose - auch
Langzeitarbeitslose -- sollen besser und schneller in den Arbeitsmarkt
integriert werden. Deshalb wurden auch Arbeitslosen- und Sozialhilfe
zusammengelegt. Mehr als eine Million erwerbsfähiger
Sozialhilfeempfängerinnen und Sozialhilfeempfänger sind damit aus der
Sozialhilfe herausgeholt worden." Millionen Bürger wurde in den
Sozialhilfestatus gebracht. Er behauptet, "die jüngsten Arbeitslosenzahlen
zeigen: Die rot-grüne Regierung hat die Weichen richtig gestellt."
Jörg Rohde/FDP vertritt das FDP-Modell, das über Grundsicherung,
Sanktionssysteme, Arbeitszwang auf eine Ausdehnung des
Niedriglohnbereiches orientiert. "Für weitere Fragen können Sie auch gerne
einer meiner Bürgersprechstunden nutzen."
Anton Schaaf/SPD sagt "ein bedingungsloses Grundeinkommen lehne ich ab,
es ist weder finanzierbar noch sozial gerecht... Ich glaube trotz aller
Probleme im Detail ist unser soziales Sicherungssystem, so wie es ist,
solidarisch und paritätisch finanziert, nach wie vor eines der besten."
Anton Schaaf hat keinen Realitätsbezug, d.h. er das Hartz4System nicht
durchlebt.
Axel Schäfer/SPD äußert den Vorwurf, "dass CDU/CSU und FDP es unter der
Regierung Kohl noch nicht einmal geschafft haben, Sozial- und
Arbeitslosenhilfe zusammenzulegen", obwohl das von dem überwiegenden Teil
der Bürger als Schikaneprozess wahrgenommen wurde/wird, er behauptet: "mit
SGB II haben wir schon eine Art Bürgergeld."
Christine Scheel / Grüne behauptet "Ein bedingungsloses
Grundeinkommen ist keine angemessene Antwort auf die vorhandene
Massenarbeitslosigkeit." "Grundsätzlich muss jede Sozialpolitik zugleich
Arbeitsmarktpolitik sein." /Es war die Grüne Partei, die mit ihrer Sozial-
und Arbeitsmarktpolitik Millionen Bürger in Hartz4verhältnisse zwang und
damit Grundvertrauen zu Politikern nachhaltig zerstörte. Sie bekennt sich
aber zu den Grundsatzpositionen der Grünen
"Der Grundbedarf, der für eine Teilhabe an der Gesellschaft notwendig ist,
muss jeder Zeit gewährleistet sein und darf nicht durch Sanktionen
angetastet werden."
Renate Schmidt/SPD recherchierte bisher nicht genug Informationen, um sich
festlegen zu wollen. "Es gibt allerdings ein paar Grundeinkommensmodelle,
die es wert sind weiter diskutiert zu werden. Eines davon ist vom
BAT-Institut (Prof. Opaschowski) jüngst vorgestellt worden."
Olaf Scholz/SPD beantwortete Fragen nach der Ursache der Bestrafung von
Familiengründungen im Niedriglohnbereich und seiner Position zu einem
schikanefreien Grundeinkommen, das verhindern würde, dass in Deutschland
Geringverdiener tagtäglich, staatlich verordnet, als Bürger diskriminiert
werden, nicht. Für Bürger, die im Hartz4System leben müssen, wird die
Schweigepflicht von Ärzten außer Kraft gesetzt, sie dürfen Abwrackprämien
für Autos nicht zur Finanzierung eines neuen Autos benutzen... sie leben
in einem Sonderstatus. Scholz schrieb auf Abgeordnetenwatch: Fragen zu
meinem Aufgabengebiet als Bundesminister für Arbeit und Soziales richten
Sie bitte mit Ihrer vollständigen Anschrift direkt an das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales Wilhelmstr. 49 10117 Berlin
E-Mail: info@bmas.bund.de. Das
Bundesministerium beantwortete Fragen nicht.
Ottmar Schreiner SPD ist gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen: "Zum
einen, weil ich nicht der Meinung bin, dass zu wenig Arbeit vorhanden ist,
über Wachstum und Qualifizierung sowie Arbeitszeitverkürzung und einen
öffentlichen Beschäftigungssektor können Arbeitsplätze geschaffen werden.
Zum zweiten halte ich es für gefährlich, die Arbeitslosen- und
Rentenversicherung zugunsten eines Grundeinkommens abzuschaffen -- eine
konservative oder liberale Mehrheit könnte das Grundeinkommen auf den
heutigen ALG II-Satz absenken, was einer weitgehenden Demontage des
Sozialstaates entspräche. Schließlich halte ich auch eine gewisse
Lebensstandardsicherung, wie sie die derzeitige Arbeitslosen- und
Rentenversicherung (wenngleich in geringerem Umfang, was ich kritisiere)
bietet, für sinnvoll." Jeder Bürger kann freiwillige Zusatzversicherungen
abschließen. Das Hartz4System existiert seit Jahren. Die SPD war an der
Macht. Arbeitszeiten wurden verlängert, nicht verkürzt. Wer im
Öffentlichen Beschäöftigungssektor einen Job erhalten will, muss laut
Vorgaben Analphabet, kriminell, psychisch krank, drogenabhängig... sein.
Vasco Schultz/Grüne schreibt: "Perspektivisch stehe ich für ein
bedingungsloses Grundeinkommen ( de.wikipedia.org ) - ein weiterer,
notwendiger Schritt um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts
begegnen zu können."
Swen Schulz/SPD sagte, er fände es nicht gerecht, wenn Menschen wie
Ackermann ein Bürgergeld erhalten würden, bot aber keine Alternativen zu
Hartz4. Jahre später bat er um Informationsmaterial über
Finanzierungsmodelle. Es wurde ihm zugeschickt. Unklar, ob er es zur
Kenntnis nahm. Er schrieb erneut: "Ich sehe nicht ein, dass jede und jeder
ein Grundeinkommen beziehen soll - unabhängig davon was er oder sie macht
oder wie viel Geld er oder sie bereits hat. Das ist im Übrigen auch
realistisch nicht machbar." Er antwortete nicht auf die Frage, wie Bürger
Hartz4Verhältnisse verlassen könnten, wenn es kein gesetzlich verankertes
Recht auf existenzsichernde Arbeit gibt.
Silke Stokar/Grüne ist für den Ausbau einer Betreuungspolitik, "Ich bin
für eine bedarfsorientierte Grundsicherung mit flexiblen Möglichkeiten des
Zuverdienst und dem freiwilligen Zugang zu kommunaler Beschäftigung. Das
soziale Netz an Betreuung und Beratung möchte ich eher ausbauen und die
Vermittlung in Arbeit, Ausbildung und Weiterbildung verbessern", obwohl
die Arbeitsagentur das nachweislich nicht leisten konnte/kann.
Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn/Grüne befürwortet ein emanzipatorisch
wirkendes, bedingungsloses Grundeinkommen, "Ich bin überzeugt, dass in der
Zukunft das Grundeinkommen bzw. Bürgergeld wieder intensiver diskutiert
wird und dann auch von den Medien stärker beachtet wird. Bis dahin macht
es auf der parlamentarischen Ebene aber zunächst Sinn mit
zielgruppenspezifischen Grundeinkommensmodulen, wie einem
existenzsichernden Kindergeld, einer Mindestrente, einem Bildungsgeld,
einer negativen Einkommensteuer oder einer sanktionsfreien Grundsicherung
die Weichen in Richtung Grundeinkommen zu stellen."
Hans Christian Ströbele/Grüne, findet den Grundgedanken faszinierend, "daß
es in einer vergleichsweise reichen Gesellschaft wie der unseren in
Deutschland möglich sein muß, allen Bürgerinnen und Bürgern ein
Grundeinkommen zu geben, das ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht,
auch wenn sie keiner bezahlten Erwerbsarbeit nachgehen." Er fügt an: "Da
die angesprochenen Fragen nicht zu den Fachgebieten gehören, mit denen ich
täglich beschäftigt bin, will ich mich erst noch weiter kundig machen." Er
ergänzt: "Es scheint so einfach, aber ist doch unendlich schwer zu machen,
weil viele Menschen und die Politiker keineswegs so guten Willens sind,...
So bleibt es wohl noch für sehr lange Zeit nur ein Traum, eine Utopie, daß
alle Menschen ausreichend Nahrung, Kleidung und Obdach haben werden.
Trotzdem bleibt es unverzichtbar notwendig, sich mit aller Kraft für die
Verwirklichung der Utopie einzusetzen."
Wolfgang Thierse/SPD sagte als Bundestagspräsident: "Es gibt doch
bereits eine Grundsicherung." Er nahm nicht wahr, wie sie realisiert wird.
Er ließ sich Informationsmaterial zuschicken, reagierte nicht.
Jörg Vogelsänger/SPD gehört zu den Zynikern, in dem er notierte: "mit dem
Arbeitslosengeld II (SGB II) und der Grundsicherung im Alter (SGB XII)
haben wir bereits einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan."
Er lehnt ein Recht eines jeden Bürgers auf ein schikanefreies
Grundeinkommen ab, weil es auch Millionäre erhalten würden. Millionäre
könnten stärker besteuert werden.
Marlies Volkmer/SPD: "Ich halte das bedingungslose Grundeinkommen
nicht für wünschenswert und auch für ungeeignet, zu einer gerechteren
Gesellschaft zu gelangen." Ein Mindestlohn im Niedriglohnsektor schafft
aber keine soziale Gerechtigkeit für Freischaffende, hochqualifizierte
Mitarbeiter in Kleinbetrieben...
Sahra Wagenknecht/Linke kommentiert abwehrend: "Ein bedingungsloses
Grundeinkommen beseitigt eben nicht die inneren Widersprüche des
Kapitalismus als Wurzel gegenwärtiger Krisen", ohne darauf einzugehen,
dass ein Mindesteinkommen Hartz4Probleme nicht lösen kann.
Kai Wegner/CDU sagte, dass er für ein Solidarisches Bürgergeld a la
Althaus ist.
Dieter Wiefelspütz/SPD benutzt die Formel, "Ich habe ein ausreichendes
Einkommen", um die Bitte, ein Recht auf ein schikanefreies Grundeinkommen
für alle durchzusetzen, abzuschmettern.
Wolfgang Wieland/Grüne zitiert Norbert Blüm und behauptet: "Das
Bürgergeld ist die Dampfwalze, die den Sozialstaat plattmacht."
Gunter Weißgerber/SPD will Bürgern keine freiheitlichen
Entwicklungschancen mit Hilfe eines schikanefreien, bedingungslosen
Grundeinkommens zugestehen, "Im Mittelpunkt muss aber stets der/die
Einzelne stehen. Ich befürchte, ein bedingungsloses Grundeinkommen
kontakariert diesen Anspruch", er ergänzt: "Abgeordnete des Deutschen
Bundestages verfügen mitnichten über ein ′bedingungsloses Grundeinkommen′
im Falle Ihres Ausscheidens aus dem Parlament, sondern über eine
verfassungsrechtlich garantierte (vgl. Art. 48 Abs. 3 Grundgesetz) - voll
zu versteuernde - Altersentschädigung als Teil der Diäten, die ihre
Unabhängigkeit sichern soll." Er sagt ungehemmt: "Human ist was Arbeit
schafft!" obwohl die Nazis Sprüche über dem Eingang von
Konzentrationslagern angebracht hatten, auf denen "Arbeit macht frei" zu
lesen gewesen war.
Guido Westerwelle/FDP beantwortete die Frage nicht, ob im
Bürgergeldsystem Geringverdiener im Angestellten- und
Freischaffendenstatus weiterhin bedrängt würden, sich besser dotierte Jobs
zu suchen. Diese Regelung wirkt angesichts der Arbeitsmarktsituation wie
Mobbing.
Dr. Claudia Winterstein/FDP findet die Idee eines bedingungslosen
Grundeinkommens "in der Theorie nicht uninteressant", vertritt aber das
FDP-Modell und betont: "Die Hinzuverdienstmöglichkeiten werden für die
niedrigen Einkommensbereiche gegenüber dem Arbeitslosengeld II
entsprechend angehoben."
Manfred Helmut Zöllmer/SPD ist gegen ein bedingungsloses, schikanefreies
Grundeinkommen, "Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch über ein
gewisses Grundeinkommen verfügen muss. Dieses ist durch die Sätze des
Arbeitslosengeldes II (ALG II), besser als ′Hartz-IV′ bekannt,
beziehungsweise durch die Sätze der Sozialhilfe definiert." "Es gehört zur
Idee des vorsorgenden Sozialstaates, Menschen erst gar nicht in die
Situation kommen zu lassen, vom Existenzminimum leben zu müssen." Es gibt
aber kein gesetzlich verankertes Recht auf Arbeit.
Monika Paulat, Präsidentin des Deutschen Sozialgerichtstages schrieb im
Gutachten zu einer Verfassungsbeschwerde Thema Hartz4Gesetze: "Unseres
Erachtens existiert ein solches subjektiv-öffentliches Recht auf rationale
Gesetzgebung nicht, welches die Gesetzgebung dazu zwingt, rational und
nachvollziehbar zu argumentieren." Ein Mitarbeiter des
Wirtschaftsministeriums rief am Abend vor seiner Pensionierung an und
sagte, dass er, obwohl er täglich Beschwerdepost erhalten habe, dreißig
Jahre gebraucht habe, ein Heizkostenabrechnungsgesetz modifizieren zu
lassen. "In dreißig Jahren sind wir tot", "Hitler war nach zwölf Jahren besiegt."
Ein Mitarbeiter der Abteilung Grundsatzfragen und Forschung der
SPD-Zentrale sagte, dass Angestellte im Öffentlichen Dienst gesetzlich
nicht entlassen werden dürfen, er fragte: "Wo sollen wir mit Ihnen hin?"
Als die Hartz4Gesetze realisiert wurden, wurden die Bürger nicht gefragt,
ob sie Veränderungen wollen. Arbeitsvermittler könnten Jobs, Mitarbeiter
von Rentenversicherungen freiwillige Zusatzversicherungen auf
Provisionsbasis vermitteln. Er sagte, dass jeder Bürger laut Grundgesetz
verpflichtet ist, Widerstand zu leisten, wenn er Unrecht wahrnimmt.
Politiker, die ihren Meinungen änderten, können Gewerkschaftspositionen Position der CDU/CSU in der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales: Kommentare zum Bürgergeld auf der Webseite der Konrad Adenauer
Stiftung der CDU Kommentareauf der Webseite der Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD Kommentare auf der Webseite der Böllstiftung zur Position der Grünen
Partei Kommentare zum Grundeinkommen auf der Webseite der
Rosa-Luxemburg-Stiftung der Linken Kommentare auf der Webseite der Friedrich-Naumann-Stiftung der FDP